Rheinmetall rüstet Europa auf. Der Düsseldorfer Konzern sichert sich zwei neue strategische Partnerschaften. Lockheed Martin holt die ATACMS-Raketenproduktion nach Deutschland. Parallel dazu startet ein Drohnen-Joint-Venture in Kroatien.
Die Kursdaten spiegeln diese strategischen Fortschritte bislang kaum wider. Das Papier notiert bei 1.010,40 Euro. Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie ein Minus von rund 37 Prozent.
Das bisherige 52-Wochen-Hoch von 1.995 Euro liegt in weiter Ferne. Der Abstand dorthin beträgt fast 50 Prozent.
Auch die wichtige 50-Tage-Linie bei rund 1.176 Euro unterschreitet der Kurs deutlich.
Raketen aus Niedersachsen
Ein neues Abkommen mit Lockheed Martin bringt amerikanische Waffentechnologie nach Europa. Die Partner planen die erste ATACMS-Produktion außerhalb der USA. Ab 2027 sollen Raketenmotoren und gelenkte Komponenten im niedersächsischen Unterlüß vom Band rollen.
Das Ziel: schnelle lokale Munitionsversorgung. CEO Armin Papperger baut über die Kooperation die europäische Verteidigungsfähigkeit direkt aus.
Expansion auf dem Balkan
Im gleichen Schritt wächst das Geschäft mit unbemannten Systemen. Rheinmetall gründet das Joint Venture „Rheinmetall Unmanned Vehicles“ mit dem kroatischen Partner DOK-ING. Bereits im März 2026 übernahm der Konzern 51 Prozent der Unternehmensanteile. Der Gründer Vjekoslav Majetić behält die restlichen 49 Prozent.
Das neue Zentrum soll Kroatien zum führenden europäischen Drohnen-Standort machen. Premierminister Andrej Plenković begleitete die Eröffnungsfeier persönlich. Das unterstreicht die hohe politische Relevanz des Projekts für den Balkanstaat.
Gegenwind im Auftragsbuch
Diese Expansionsschritte treffen auf ein angespanntes Marktumfeld. Rheinmetall verzeichnet aktuell die Streichung des F126-Fregattenprogramms. Dieser Wegfall belastet den Auftragseingang im zweiten Quartal spürbar.
Trotzdem hält das Management an der Jahresprognose für 2026 fest. Die neuen Produktionslinien für ATACMS und Drohnen sollen die Lücke mittelfristig schließen. Bis zum Produktionsstart der Raketen im Jahr 2027 stützt sich das Unternehmen auf das bestehende operative Geschäft.
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