Die Rheinmetall-Aktie findet derzeit keinen Boden. Seit Jahresbeginn hat das Papier fast 30 Prozent an Wert verloren. Ein potenzieller neuer Konkurrent sorgt nun für zusätzliche Unruhe. Ausgerechnet die strauchelnde Autoindustrie blickt auf den Rüstungsmarkt.

Die Korrektur trifft nicht nur Rheinmetall. Auch andere europäische Schwergewichte verzeichnen aktuell deutliche Gewinnmitnahmen. Zuvor hatten diese Papiere massive Kurszuwächse erlebt. Bei Rheinmetall hatte sich der Wert auf Sicht von fünf Jahren zeitweise versechzehnfacht.

Mercedes-Benz prüft Einstieg

Mercedes-Chef Ola Källenius äußerte sich am Wochenende offen für Aktivitäten im Verteidigungssektor. Er bezeichnete das Geschäft als wachsende Nische. Der Stuttgarter Autobauer will seine Stärken in der Großserienfertigung nutzen. Das Ziel: neue Erlösquellen erschließen.

Die Hintergründe liegen in der aktuellen Branchenkrise. Sinkende Nachfrage und der harte Wettbewerb aus China belasten die Autobauer massiv. Freie Kapazitäten könnten künftig für Rüstungsaufträge dienen. Im Gespräch sind Drohnenproduktion oder Bauteile für die Luftverteidigung.

Analysten bleiben optimistisch

An der Börse spiegeln sich diese Sorgen im Kurs wider. Am Freitag schloss die Rheinmetall-Aktie bei 1.123,80 Euro. Damit notiert der Titel nur noch hauchdünn über seinem bisherigen Jahrestief. Der Abstand beträgt lediglich 0,52 Prozent.

Trotz des Abwärtstrends halten Analysten an ihren Kaufempfehlungen fest. Im Mai bestätigten unter anderem UBS und die Deutsche Bank ihre positiven Ratings. Marktbeobachter wie Tikehau Capital erwarten für europäische Rüstungskonzerne ein starkes Gewinnwachstum. Bis 2027 könnte dieses dreimal so hoch ausfallen wie bei der US-Konkurrenz.

Die langfristigen Treiber bleiben intakt. Höhere Verteidigungsausgaben und der Wunsch nach europäischer Souveränität stützen das fundamentale Geschäft. Am Aktienmarkt rückt nun die charttechnische Unterstützung in den Fokus. Hält die Marke um 1.118 Euro nicht, drohen weitere Kursverluste.