Die Rüstungsaktien erleben zum Wochenstart eine kräftige Erholung. Rheinmetall legt am Montag um 3,5 Prozent zu und zählt damit zu den Top-Gewinnern im DAX. Die Titel haben sich zuletzt deutlich vom Rekordhoch entfernt – doch Analysten sehen darin keine Schwäche, sondern eine Einstiegschance.

Getragen wird die Bewegung von positiven Analystenstimmen und klaren Aussagen zur europäischen Sicherheitslage. Wolfgang Ischinger, Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz, warnt im Gespräch mit dem Tagesspiegel vor falschen Hoffnungen: Selbst bei einem Waffenstillstand in der Ukraine würde sich die Bedrohungslage an der NATO-Ostflanke verschärfen. Putin könne seine Aufrüstung dann in aller Ruhe fortsetzen.

Analysten bleiben optimistisch

Das technische Analyse-Modell von index-radar.de sieht im Schnitt rund 20 Prozent Kurspotenzial für Rheinmetall gegenüber dem aktuellen Niveau. Die Mehrheit der Experten stuft die Aktie weiterhin auf „Kaufen“ ein. Besonders interessant: Ein Capped-Bonus-Zertifikat auf den Titel bietet eine Renditechance von 40,6 Prozent pro Jahr.

Auch bei der Schwestergesellschaft Renk zeigt sich das positive Sentiment. Warburg Research hat die Aktie frisch mit „Buy“ und einem Kursziel von 63 Euro eingestuft – ein deutlicher Aufschlag gegenüber dem aktuellen Kurs von 54,39 Euro. Analyst Christian Cohrs betont, die operative Entwicklung sei langfristig gut berechenbar und die Anlagestory intakt. Renk sollte vom sich abzeichnenden Superzyklus im Verteidigungsbereich profitieren, nachdem die Aktie um 40 Prozent von ihrem Höchststand gefallen ist.

Langfristiger Rückenwind bleibt

Die massiv steigenden Verteidigungsbudgets in Europa bleiben der zentrale Kurstreiber für Rüstungswerte. Unabhängig vom Ausgang der Ukraine-Krise müssen die NATO-Länder ihre Armeen modernisieren – ein Auftragspotenzial über Jahre hinweg. Rheinmetall ist dabei als einer der größten europäischen Rüstungskonzerne bestens positioniert.

Neben Rheinmetall ziehen auch Renk mit plus 3,4 Prozent und Hensoldt mit plus 1,7 Prozent deutlich an. Die Branche zeigt damit geschlossen Stärke. Experten bleiben bei ihrer Einschätzung: Rücksetzer bei Rüstungswerten sollten als Kaufchancen verstanden werden, solange die geopolitischen Spannungen anhalten.