Peking sanktioniert Rheinmetall. Die Aktie klettert trotzdem. Chinas Handelsministerium hat neue Exportkontrollen gegen den Düsseldorfer Rüstungskonzern verhängt, an der Börse zeigt sich davon wenig. Der Kurs schloss am Montag bei 1.059,80 Euro, ein Plus von 2,50 Prozent.

China antwortet auf EU-Sanktionen

China verhängt die Kontrollen als Reaktion auf die EU. Brüssel hatte zuvor chinesische und Hongkonger Einrichtungen sanktioniert, im Rahmen der 21. Sanktionsrunde. Peking antwortet nun mit einem Exportverbot für Dual-Use-Güter an 14 europäische Firmen.

Neben Rheinmetall trifft es aus Deutschland auch die Antraco Chemie-Handelsgesellschaft und Sindlhauser Materials. Der Streit reiht sich in einen langwierigen Handelskonflikt zwischen der EU und China ein. Brüssel prüft Subventionen für chinesische Elektrofahrzeuge und erwägt neue Zölle, Peking setzt dafür verstärkt auf Exportkontrollen.

Wie abhängig ist Rheinmetall von China?

Die Abhängigkeit des Rüstungskonzerns von chinesischen Vorprodukten ist laut Unternehmensangaben begrenzt, aber nicht irrelevant. Rheinmetall hat sich bei Seltenen Erden besser abgesichert als andere Branchen. Die Lager reichen nach eigenen Angaben für vier bis fünf Jahre.

Trotzdem bleiben Risiken. Rheinmetall braucht Seltene Erden für Elektronik, Magnete und Sensoren in militärischen Gütern. Für den Leichtbau kommen Magnesium sowie Gallium und Germanium für Halbleiter hinzu, hier zählt China zu den wichtigsten Anbietern weltweit.

Die Folge: unterbrochene Lieferketten und steigende Kosten. Alternative Lieferanten müssen erst gefunden werden, das verlängert Produktionszeiten und treibt Lagerkosten in die Höhe.

Die EU-Kommission prüft inzwischen die Folgen der chinesischen Maßnahme. Eine Sprecherin erklärte laut Reuters, Brüssel werde sich mit den Mitgliedstaaten und den betroffenen Unternehmen abstimmen. Zusätzlich will die Kommission bei chinesischen Ansprechpartnern um Klarstellung bitten.

Kurs und Auftragslage bleiben robust

An der Börse zeigt sich die Aktie von den geopolitischen Spannungen bisher unbeeindruckt. Binnen 30 Tagen legte der Kurs um 8,98 Prozent zu, ein Zeichen für robustes Anlegervertrauen. Vom 52-Wochen-Hoch bleibt die Aktie dennoch mit einem Abstand von 47,19 Prozent weit entfernt.

Parallel zu den geopolitischen Spannungen bleibt das operative Geschäft stark. Rheinmetall sicherte sich zuletzt mehrere internationale Großaufträge. Im britischen Programm Omnia-Training übernimmt der Konzern als Land Collective Training Partner einen Auftragsanteil von knapp einer Milliarde Euro, der Dienstleistungsvertrag läuft 15 Jahre.

Der nächste Halbjahresbericht dürfte erste konkrete Zahlen zu den Folgen der chinesischen Exportkontrollen liefern. Bis dahin tragen die vollen Auftragsbücher den Kurs.