Rheinmetall Aktie: PR-Eigentor des CEO

Abfällige Äußerungen des Rheinmetall-CEOs zur ukrainischen Drohnenproduktion provozieren scharfe Reaktion aus Kiew. Der Aktienkurs bleibt trotz des PR-Schadens zunächst stabil.

Rheinmetall Aktie
Kurz & knapp:
  • CEO-Vergleich mit Lego-Bausteinen verärgert Ukraine
  • Selenskyj kontert mit spöttischer Gegenäußerung
  • Aktienkurs zeigt sich unbeeindruckt von Kontroverse
  • Starker Auftragsbestand und Dividendenerhöhung geplant

Ein unbedachtes Interview sorgt beim Rüstungskonzern Rheinmetall für diplomatische Spannungen. Vorstandschef Armin Papperger hat mit abfälligen Bemerkungen über die ukrainische Drohnenproduktion nicht nur Kiew verärgert, sondern auch den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu einer scharfen Gegenreaktion provoziert. Während das Management nun um Schadensbegrenzung bemüht ist, rücken die eigentlich starken operativen Geschäftszahlen kurzzeitig in den Hintergrund.

Auslöser der Kontroverse war ein Gespräch mit einem US-Magazin, in dem Papperger den Bau ukrainischer Drohnen mit Lego-Bausteinen verglich. Er sprach den heimischen Entwicklungen echte Innovationskraft ab und behauptete, die Produktion werde von „Hausfrauen“ an 3D-Druckern übernommen. Die Antwort aus Kiew fiel unmissverständlich aus: Präsident Selenskyj bezeichnete den Vergleich als grotesk und konterte, wenn jede Hausfrau Drohnen bauen könne, tauge sie auch zur Rheinmetall-Chefin. In den sozialen Netzwerken entwickelte sich unterdessen eine Welle des Spotts gegen den deutschen Rüstungshersteller.

Das Düsseldorfer Unternehmen reagierte umgehend auf die massive Kritik und drückte öffentlich seinen höchsten Respekt für die ukrainischen Verteidigungsleistungen aus. An der Börse zeigten sich die Anleger von dem PR-Schaden am Dienstag weitgehend unbeeindruckt. Der Kurs legte um 2,71 Prozent auf 1.438,00 Euro zu und stabilisierte sich damit nach einer schwächeren Phase. Auf Sicht von 30 Tagen verzeichnet das Papier allerdings noch ein Minus von gut 12 Prozent, was die jüngste Konsolidierung im gesamten Sektor widerspiegelt.

Starke Basis trotz Nebengeräuschen

Abseits der diplomatischen Verwicklungen bereitet sich der Konzern auf die anstehende Hauptversammlung am 12. Mai vor. Das Fundament dafür bilden die Rekordzahlen des vergangenen Jahres mit einem Auftragsbestand von fast 64 Milliarden Euro. Um die Aktionäre an diesem Wachstum teilhaben zu lassen, steht eine deutliche Dividendenerhöhung auf 11,50 Euro je Aktie zur Abstimmung.

Die operative Stärke muss sich nun im laufenden Geschäftsjahr bestätigen. Am 7. Mai präsentiert Rheinmetall die Ergebnisse für das erste Quartal. Diese Zahlen werden den Takt für die kurzfristige Kursentwicklung vorgeben und den Fokus der Investoren voraussichtlich wieder von den diplomatischen Nebengeräuschen auf die fundamentale Bewertung lenken.

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