Rheinmetall hat am 23. Juli 2026 den Grundstein für eine neue Pulverfabrik am Standort Aschau am Inn gelegt. Das Projekt trägt den Namen „Firepower“ und sieht ein Investitionsvolumen im mittleren dreistelligen Millionenbereich vor. Ziel ist die Verdopplung der jährlichen Kapazität auf 4.200 Tonnen Treibladungspulver bis zum Jahr 2028. Damit reagiert der Konzern auf die anhaltend hohe Nachfrage nach Munition, die seit Jahren Kern des Wachstumsgeschäfts ist.
Auftragsflut aus mehreren Ländern
Der Ausbau in Bayern reiht sich in eine Serie von Aufträgen und Kooperationen ein, die Rheinmetall in den vergangenen Wochen verkündet hat. Die britische Armee erteilte dem Konzern einen Auftrag im Wert von rund einer Milliarde Euro zur Digitalisierung der Gefechtsausbildung. Parallel dazu rief die Bundeswehr im Rahmen des Projekts „Digitalisierung Landbasierte Operationen“ Hardwarekomponenten und Integrationsleistungen im Wert von 100 Millionen Euro ab, darunter 5.000 Adapterplatten und 11.000 Pin Pads. Die Leistungen fließen in eine Arbeitsgemeinschaft aus Rheinmetall Electronics und blackned.
Auch im Bereich autonomer Systeme baut Rheinmetall seine Position aus. Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr übertrug dem Unternehmen nach einem gewonnenen Wettbewerb die Gesamtverantwortung für das Forschungsprojekt „InterRoC VII“, das sich mit autonomen militärischen Konvois befasst. In Großbritannien begannen zudem Schulungsmaßnahmen für die dortigen Streitkräfte im Bereich autonomer Logistikoperationen, die auf eine internationale Großübung vorbereiten sollen. Auf zivilem Terrain testet Rheinmetall gemeinsam mit der Rheinbahn, dem Flughafen Düsseldorf und dem Forschungsinstitut MIRA teleoperierte Shuttles im öffentlichen Straßenverkehr.
Auf der Lieferseite meldete Rheinmetall den Vollzug der ersten Auslieferung von 155-mm-Artilleriemunition aus dem neuen Werk in Unterlüß an die Ukraine, in niedriger fünfstelliger Stückzahl. Mit Space Norway unterzeichnete der Konzern zudem eine Kooperationsvereinbarung zur gemeinsamen Entwicklung von Lösungen für die maritime Weltraumüberwachung – ein Schritt, der das Portfolio über die klassische Landsystematik hinaus erweitert.
Analysten mahnen zur Vorsicht bei der Portfolio-Gewichtung
Nicht jede Stimme vom Kapitalmarkt fällt zuletzt uneingeschränkt positiv aus. Die Bank of America senkte am 21. Juli 2026 ihr Kursziel für die Rheinmetall-Aktie und verwies dabei auf mögliche Risiken bei der Gewichtung zwischen dem etablierten Munitionsgeschäft und moderneren Systemen wie Drohnen und Präzisionsbewaffnung. Die Einschätzung deutet darauf hin, dass Anleger die Diversifizierung des Konzerns jenseits der klassischen Pulver- und Munitionssparte genauer beobachten dürften.
Im maritimen Bereich zog sich derweil ein Wettbewerber zurück: Thyssenkrupp Marine Systems beendete die Verkaufsgespräche für die Werft German Naval Yards Kiel und nahm sein Angebot zurück, nachdem keine Einigung über die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen erzielt werden konnte. Rheinmetall war in diesem Bieterprozess als Mitbewerber involviert gewesen, das Verfahren bleibt damit vorerst ohne neuen Eigentümer.
Aktie erholt sich, bleibt aber deutlich unter altem Hoch
An der Börse notiert die Rheinmetall-Aktie aktuell bei 1.032,00 Euro und legt am Tag um 0,98 Prozent zu. Von ihrem 52-Wochen-Hoch aus dem Oktober 2025 ist der Titel damit weiterhin um 48,58 Prozent entfernt – ein Abstand, der die massive Kurskorrektur der vergangenen Monate widerspiegelt, auch wenn sich der Kurs zuletzt vom Jahrestief im Juni erholt hat.
Der nächste wichtige Termin für Anleger ist der 6. August 2026, wenn Rheinmetall den Finanzbericht zum zweiten Quartal veröffentlicht. Dort dürfte sich zeigen, wie stark sich die zahlreichen Aufträge der vergangenen Wochen bereits in den Zahlen niederschlagen. Anfang September präsentiert sich der Konzern zudem auf dem Berenberg Stockholm Seminar institutionellen Investoren.
Rheinmetall-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Rheinmetall-Analyse vom 24. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Rheinmetall-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Rheinmetall-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 24. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Rheinmetall: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

