Rheinmetall liefert erneut Artilleriemunition an die Ukraine. Der neue Großauftrag im hohen zweistelligen Millionenbereich kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Aktie nach einem turbulenten Quartal nach unten gedrückt bleibt.
Munition aus Spanien, Lieferung bis Q1 2027
Konkret geht es um 155-mm-Artilleriegeschosse und Treibladungen in niedriger fünfstelliger Stückzahl. Die Produktion läuft bereits bei Rheinmetall Expal Munitions in Spanien. Die Auslieferung plant das Unternehmen bis Ende des ersten Quartals 2027.
Bei den Produkten handelt es sich um ER02A1-B/B-Geschosse und M203-Treibladungen. Beide Typen sind bei mehreren NATO-Staaten im Einsatz. Die BB-Variante des ER02A1 erreicht Ziele in bis zu 40 Kilometern Entfernung.
Der Auftrag passt zur Wachstumsstrategie: Rheinmetall will bis 2030 jährlich rund 1,5 Millionen 155-mm-Geschosse produzieren.
Aktie unter Druck, CEO kauft nach
Der Kurs erzählt eine andere Geschichte. Nachdem Deutschland das F-126-Fregattenprogramm gestrichen hatte, verlor die Aktie zweistellig und fiel zeitweise unter 950 Euro. Seitdem hat sie sich teilweise erholt, notiert aber weiterhin unter dem Niveau von vor dem Einbruch.
Gestern schloss die Aktie bei 1.003,80 Euro — rund 35 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt. Seit Jahresbeginn hat das Papier mehr als ein Drittel seines Wertes verloren.
CEO Armin Papperger kaufte nach dem Rücksetzer eigene Aktien. Marktbeobachter werten solche Insiderkäufe oft als Signal des Vertrauens in die mittelfristige Entwicklung.
Abschied vom Automotive-Geschäft
Parallel zum Munitionsgeschäft treibt Rheinmetall den Umbau zum reinen Rüstungskonzern voran. Am 3. Juni 2026 unterzeichnete das Unternehmen einen Vertrag zum Verkauf seines zivilen Automotive-Geschäfts an die Münchener Industriegruppe AEQUITA. Der Abschluss hängt noch von der Zustimmung der Aufsichtsbehörden ab und ist für das vierte Quartal 2026 geplant.
Danach ist Rheinmetall vollständig auf Sicherheit und Verteidigung ausgerichtet — Munition, Systeme, Luft, See und Raum. Der Ukraine-Auftrag zeigt, dass die Nachfrage in diesem Kerngeschäft nicht nachlässt.
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