Rheinmetall Aktie: Vollgas trotz Gegenwind

Rheinmetall sichert sich einen Rüstungsauftrag im Milliardenbereich und präsentiert sich auf der Hannover Messe, während die Aktie trotz positiver Nachrichten an Wert verliert.

Rheinmetall Aktie
Kurz & knapp:
  • Rahmenvertrag über Drohnen-Systeme mit der Bundeswehr
  • Produktionssteigerung bei Artilleriemunition verzehnfacht
  • Aktienkurs zeigt trotz guter Nachrichten Schwäche
  • Kooperation für synthetische Kraftstoffe mit ITM Power

Milliarden-Aufträge, Hannover-Messe-Auftritt und ein selbstbewusster Chef — Rheinmetall liefert dieser Tage gleich mehrere Schlagzeilen auf einmal. Dass die Aktie trotzdem nachgibt, macht die Situation interessant.

Drohnen für die Bundeswehr

Am heutigen Mittwoch unterzeichnete Rheinmetall einen Rahmenvertrag mit der Bundeswehr über die Lieferung von Loitering-Munition-Systemen des Typs FV-014. Der erste Abruf beläuft sich auf rund 300 Millionen Euro brutto, der Gesamtrahmen bewegt sich im Milliardenbereich. Optional umfasst der Vertrag eine fünfstellige Stückzahl der autonomen Aufklärungs- und Angriffsdrohnen. Die Auslieferung soll in der ersten Hälfte des kommenden Jahres beginnen.

Trotz dieser Nachricht gab die Aktie im XETRA-Handel zeitweise um rund 0,8 Prozent auf etwa 1.419 Euro nach. Märkte hatten den Auftrag wohl bereits eingepreist — oder zumindest erwartet.

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Skalieren statt bremsen

Parallel zur Vertragsunterzeichnung trat Konzernchef Armin Papperger auf der Hannover Messe auf. Sein Tenor: Die deutsche Rüstungsindustrie kann liefern, wenn die Aufträge kommen. Die Artilleriemunitions-Produktion habe man seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine mehr als verzehnfacht — teils auf Basis von Handschlag-Abkommen, bevor die formellen Verträge überhaupt standen.

Interessant war auch sein Blick auf die Preise. Mit steigenden Volumina und wachsenden Bestellungen aus Deutschland und anderen europäischen Ländern rechnet Papperger mit sinkenden Stückkosten. Bei Artilleriemunition sei dieser Effekt bereits spürbar: Die Preise liegen heute unter dem Niveau von vor fünf oder sechs Jahren. Sein Auftritt wurde mehrfach durch Protestkundgebungen unterbrochen, Sicherheitskräfte mussten eingreifen.

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Auf der Messe demonstrierte Rheinmetall zudem Teleoperation in Echtzeit: Von einem Kontrollstand in Hannover aus wurde ein Fahrzeug am Firmensitz in Düsseldorf ferngesteuert. Das Thema Rüstung hat auf der Hannover Messe in diesem Jahr erstmals einen eigenen Schwerpunkt — ein Zeichen, wie sehr sich die Prioritäten in der deutschen Industrie verschoben haben.

Der Kurs hinkt den Nachrichten hinterher

Auch am Dienstag hatte die Aktie bereits schwächer tendiert, ein Minus von knapp 2,7 Prozent auf rund 1.438 Euro im Tradegate-Handel. Gemessen an der Fülle positiver operativer Meldungen ist das bemerkenswert. Ein möglicher Erklärungsansatz: Nach dem starken Kursanstieg der vergangenen Monate reagiert der Markt auf gute Nachrichten zunehmend mit Gewinnmitnahmen.

Rheinmetall bleibt dabei auf mehreren Feldern aktiv. So hat das Unternehmen mit dem britischen Elektrolysespezialisten ITM Power eine Kooperation für das sogenannte Giga-PtX-Projekt vereinbart — ein europaweites Netzwerk dezentraler Anlagen zur Produktion synthetischer Kraftstoffe für NATO-Streitkräfte. Jede Anlage soll bis zu 50 Megawatt Elektrolysekapazität bereitstellen. Der strategische Gedanke dahinter: Militärische Energieversorgung unabhängiger von klassischen Lieferketten machen.

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Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.