Rumänien baut seine Marine aus. Rheinmetall baut das Geschäft aus. Beides passt gerade gut zusammen — und könnte dem Kurs in einem schwierigen Umfeld neuen Halt geben.
920 Millionen Euro aus Bukarest
Rumänien hat ein Marineprogramm im Wert von rund 920 Millionen Euro auf den Weg gebracht. Rheinmetall steht als Hauptauftragnehmer bereit. Geplant sind vier Schiffe: zwei Mehrzweck-Patrouillenboote in Korvetten-Konfiguration sowie zwei Taucherunterstützungsschiffe.
Die Korvetten vom Typ MMPV 90 machen mit 836 Millionen Euro den Löwenanteil aus. Bau und Systemintegration sollen an der Werft Mangalia in einem Joint Venture stattfinden — Rheinmetall mit Mehrheitsbeteiligung, der rumänische Staat als Minderheitspartner. Auslieferung: bis 2030. Die parlamentarische Abstimmung steht noch aus, Frist ist Ende Mai 2026.
Das Programm ist Teil eines breiteren rumänischen Rüstungspakets von 16 Beschaffungen im Wert von 8,3 Milliarden Euro — finanziert über das EU-Programm SAFE.
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Frisch übernommen, schon im Einsatz
Den Schlüssel zu diesem Auftrag liefert eine Übernahme, die erst zwei Monate alt ist. Rheinmetall schloss den Kauf von NVL, dem militärischen Teil der Lürssen-Gruppe, am 1. März 2026 ab. Die neue Einheit heißt „Naval Systems“ und bringt rund 2.000 Spezialisten sowie einen Jahresumsatz von etwa 1,3 Milliarden Euro mit.
Die MMPV-90-Plattform stammt direkt aus dem NVL-Portfolio. Der Rumänien-Auftrag ist damit ein früher Beweis, dass die Marineexpansion operativ greift.
Kurs unter Druck, Kalender voll
Die Aktie notiert bei 1.357,80 Euro — knapp über dem 52-Wochen-Tief von 1.337,60 Euro, das erst am 29. April markiert wurde. Seit Jahresbeginn beträgt das Minus rund 15 Prozent.
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Fundamental sieht das Bild anders aus. Rheinmetall peilt für 2026 ein Umsatzwachstum von 40 bis 45 Prozent auf bis zu 14,5 Milliarden Euro an. 91 Prozent dieses Ziels sind bereits durch Aufträge gedeckt. Der Gesamtauftragsbestand liegt bei über 63 Milliarden Euro.
Zwei Termine könnten die Stimmung drehen: Am 7. Mai folgt der Quartalsbericht. Fünf Tage später, am 12. Mai, findet die virtuelle Hauptversammlung statt. Dort soll den Aktionären eine Dividende von 11,50 Euro je Aktie für 2025 vorgeschlagen werden — nach 8,10 Euro im Vorjahr.
Arminius als nächster Prüfstein
Noch größer könnte ein deutsches Rüstungsprogramm werden. Das Beschaffungsprojekt „Arminius“ umfasst über 3.000 Panzerfahrzeuge mit einem Gesamtvolumen von bis zu 40 Milliarden Euro. Experten schätzen Rheinmetalls Anteil auf rund 22 Milliarden Euro. Eine Entscheidung könnte noch in der ersten Jahreshälfte fallen — und wäre für sich allein ein Kursereignis eigener Klasse.
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