Rheinmetall- vs. Hensoldt-Aktie: Auftragswalze gegen Hightech-Juwel

Rheinmetall Aktie

Der Jahresstart 2026 gleicht für Anleger der Rüstungsindustrie einer kalten Dusche. Während Rheinmetall nach dem spektakulären Lauf über die 2.000-Euro-Marke eine scharfe Korrektur durchläuft, zeigt sich Hensoldt extrem volatil. Die Marktstimmung hat sich in den letzten 48 Stunden dramatisch gedreht: Neue Zoll-Androhungen der US-Administration unter Donald Trump und geopolitische Spannungen um das „Grönland-Dossier“ zwingen Investoren zur Neubewertung.

Doch wer bietet im aktuellen Sturm mehr Deckung? Ist der Rücksetzer beim Marktführer eine goldene Einstiegschance oder bietet der Technologiespezialist Hensoldt die bessere Flucht nach vorn?

Das Duell der Chartbilder: Absturz oder Ausbruch?

Die letzten sieben Handelstage offenbaren eine klare Zweiklassengesellschaft im Sektor. Die Angst vor US-Strafzöllen auf europäische Industriegüter trifft die Schwergewichte härter als die Nischenplayer.

Rheinmetall musste deutlich Federn lassen. Vom Allzeithoch bei knapp über 2.007 Euro rutschte das Papier auf aktuell rund 1.830 Euro ab. Der Bruch des steilen Aufwärtstrends löste automatische Verkaufsorders aus. Dennoch formiert sich im Bereich um 1.760 Euro erster Widerstand der Bullen – Anleger nutzen den „Dip“ bei der „Volksaktie der Verteidigung“ für Nachkäufe.

Hensoldt hingegen stemmt sich gegen den Trend. Mit einem Kurs von rund 87,50 Euro konnte sich der Titel zuletzt vom Gesamtmarkt abkoppeln und verzeichnete am Freitag ein Plus von über 5 %. Hier treiben Spekulationen über eine „Short-Squeeze“ und neue Aufträge im Drohnenabwehr-Segment den Kurs, während die fundamentale Bewertung weiterhin sportlich bleibt.

Wer wächst profitabler? Masse gegen Klasse

Der entscheidende Unterschied liegt im Geschäftsmodell und der Skalierbarkeit der Gewinne.

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Rheinmetall: Die Auftragswalze

Der Düsseldorfer Konzern ist der unangefochtene Volumen-Spieler. Der Auftragsbestand hat zum Jahreswechsel die gigantische Marke von 64 Milliarden Euro durchbrochen. Das Unternehmen profitiert massiv von der physischen Nachrüstung der NATO-Streitkräfte mit Munition, Panzern und Artillerie.
* Der Bewertungs-Twist: Das aktuelle KGV wirkt mit rund 100 optisch extrem teuer. Doch dieser Blick in den Rückspiegel täuscht. Durch die erwartete Gewinnexplosion sinkt das Forward-KGV für 2026 auf attraktive Werte zwischen 25 und 30. Die Aktie wächst quasi in ihre Bewertung hinein.

Hensoldt: Die teure Tech-Wette

Hensoldt punktet als Technologie-Lieferant für Radare und elektronische Kampfführung. Diese Nische verspricht langfristig höhere Margen als der reine Stahlbau. Doch der Preis für diese Fantasie ist hoch.
* Die Bewertungs-Falle: Mit einem geschätzten 2026er KGV von 50 bis 60 ist Hensoldt „priced for perfection“. Das Unternehmen muss quartalsweise liefern, um diese Prämie zu rechtfertigen. Enttäuschungen werden hier brutaler bestraft als beim breit aufgestellten Riesen Rheinmetall.

Die harten Fakten im Vergleich

Wie stehen die Kontrahenten per 24. Januar 2026 da?

KennzahlRheinmetallHensoldt
Aktueller Kurs~ 1.830 €~ 87,50 €
Marktkapitalisierung~ 82 Mrd. €~ 9,7 Mrd. €
Auftragsbestand> 64 Mrd. €~ 7-8 Mrd. €
KGV (TTM)~ 100 – 110~ 85
KGV (2026e)~ 25 – 30~ 50 – 60
Dividendenrendite~ 1,5 – 2,0 %~ 0,7 – 0,9 %
Momentum (1 Woche)Negativ (Korrektur)Positiv (Gegenbewegung)

Technische Marken: Wo liegen die Schmerzgrenzen?

Rheinmetall: Bodenbildung gesucht

Der Chart ist angeschlagen, aber der langfristige Aufwärtstrend ist noch intakt.
* Die Hürde: Der Bereich 2.000 € fungiert nun als massive psychologische Decke.
* Der Rettungsanker: Die Zone 1.760 – 1.800 € ist essenziell. Hier liegt eine wichtige Volumen-Unterstützung. Ein Tagesschlusskurs darunter würde das Bild deutlich eintrüben und Kurse um 1.600 € möglich machen. Der RSI signalisiert jedoch eine überverkaufte Situation, was für eine baldige technische Gegenbewegung spricht.

Hensoldt: Ausbruchsversuch

Die Aktie versucht den Ausbruch aus der Seitwärtsrange.
* Die Hürde: Die Marke von 90 € muss nachhaltig überwunden werden, um weiteres Potenzial freizusetzen.
* Der Rettungsanker: Kritisch ist der Bereich um 82 €. Hält diese Marke nicht, droht ein Rückfall in den 70er-Bereich. Das Momentum ist aktuell kurzfristig positiv.

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Das Investment-Szenario: Substanz oder Spekulation?

Warum Rheinmetall ins Depot gehört:
* Planbarkeit: Der Rekord-Backlog sichert die Umsätze bis weit in die 2030er Jahre.
* Bewertungs-Gap: Trotz optisch hohem KGV ist die Aktie auf Basis der künftigen Gewinne deutlich günstiger als Hensoldt.
* Marktmacht: Das Unternehmen ist im europäischen Verteidigungskontext „Too big to fail“.

Warum Hensoldt eine Chance ist:
* Tech-Prämie: Sensoren und Cyber-Abwehr gelten als die Zukunft der Kriegsführung.
* Übernahme-Fantasie: Hensoldt wird immer wieder als Kandidat für eine Konsolidierung gehandelt.
* Hebel-Wirkung: Die hohe Leerverkaufsquote kann bei guten Nachrichten zu explosiven Kursanstiegen führen.

Fazit: Rheinmetall bleibt der Anker, Hensoldt das Schnellboot

Im direkten Vergleich zum Stichtag 24. Januar 2026 zeigt sich ein klares Bild für unterschiedliche Anlegertypen.

Rheinmetall ist trotz der aktuellen Korrektur auf 1.830 Euro das robustere Investment. Der Rücksetzer bereinigt die überhitzte Stimmung der letzten Wochen und bietet Chancen für Langfristinvestoren, die auf den substanziellen Auftragsbestand setzen. Die Bewertung relativiert sich durch das enorme Gewinnwachstum in den kommenden Jahren schnell.

Hensoldt ist die Aktie für Trader und risikoaffine Anleger. Die Bewertung ist ambitioniert, und das Rückschlagspotenzial bei schlechten News ist höher. Dafür bietet die Aktie durch ihre technologische Sonderstellung und Übernahmefantasie kurzfristig oft mehr Dynamik, wie der jüngste Sprung zeigt.

Der Sieger im aktuellen Umfeld: Rheinmetall. In unsicheren geopolitischen Zeiten mit drohenden Zöllen ist die Substanz des Marktführers und die günstigere Forward-Bewertung das sicherere Hafenbecken als die hochbewertete Spezialisierung von Hensoldt.

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