Rio Tinto Aktie: Barclays zieht Reißleine

Die Investmentbank Barclays stuft Rio Tinto nach starker Outperformance ab, da die Bewertungslücke zu BHP schwindet und die Eisenerzpreise ihren Höhepunkt erreicht haben.

Rio Tinto Aktie
Kurz & knapp:
  • Herabstufung von Overweight auf Equal Weight
  • Kursziel um vier Prozent gesenkt
  • Eisenerzpreise am saisonalen Höchststand
  • Fehlende Kupfer-Wachstumsoptionen nach 2030

Die britische Investmentbank Barclays hat heute die Reißleine gezogen und Rio Tinto von „Overweight“ auf „Equal Weight“ herabgestuft. Das Kursziel wurde von 6.885 auf 6.600 Pence gesenkt – ein Abschlag von rund vier Prozent. Gemessen am Schlusskurs vom 23. Februar bei 7.162 Pence impliziert das neue Ziel sogar ein Abwärtspotenzial von acht Prozent.

Der Grund für die Neubewertung: Die Bewertungslücke zum Erzrivalen BHP ist auf den niedrigsten Stand seit 2020 geschrumpft. Beide Konzerne notieren inzwischen bei einem identischen EV/EBITDA-Verhältnis. Rio Tinto hat BHP seit dem vierten Quartal deutlich outperformt – eine Rally, die nach Ansicht von Barclays nun ausgereizt ist.

Eisenerz am saisonalen Höhepunkt

Besonders kritisch sehen die Analysten die Entwicklung beim Eisenerz. Die Preise befinden sich aktuell nahe dem saisonalen Höchststand. Historisch betrachtet folgt darauf bis zum vierten Quartal ein progressiver Rückgang. Für Rio Tinto, dessen Ergebnis stark vom Eisenerzgeschäft abhängt, bedeutet das: Die Ertragsdynamik dürfte von hier an nachlassen.

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Verschärft wird die Situation durch fehlende Wachstumsoptionen bei Kupfer. Die jüngste Annäherung an Glencore unterstreicht laut Barclays den Mangel an eigenen Kupferprojekten nach 2030. Dieses Problem lasse sich nur über Fusionen und Übernahmen lösen – keine schnelle Lösung.

Vermögenswerte schwer zu Geld zu machen

Auch die angekündigten Vermögensverkäufe in Höhe von fünf bis zehn Milliarden Dollar dürften sich hinziehen. Barclays rechnet damit, dass die Umsetzung Zeit braucht. Selbst am oberen Ende der Spanne würde der Erlös nur 456 Pence oder acht Prozent NPV-Aufwärtspotenzial auf Bruttobasis bedeuten.

CEO Simon Trott hat bereits klargestellt, dass er keine Abspaltung des Eisenerzgeschäfts plant. Das diversifizierte Geschäftsmodell sei der beste Weg, um über den Zyklus hinweg Wert zu schaffen. Eine Strategie, die kurzfristig wenig Spielraum für Überraschungen lässt.

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Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Die EBITDA-Marge bei Rio Tinto Iron & Titanium (RTIT) brach in der zweiten Hälfte von 2025 auf nur noch 4,4 Prozent ein – nach durchschnittlich 29,5 Prozent zwischen 2018 und 2024. Der Free Cashflow schmolz auf magere 59 Millionen Dollar zusammen.

Barclays hat seine Prognosen nach den Gesamtjahresergebnissen 2025 entsprechend angepasst. Das EBITDA für 2027 wurde um zwei Prozent gesenkt, die Gewinnschätzungen für 2026 und 2027 um ein beziehungsweise vier Prozent reduziert. Der Nettobarwert sank um sechs Prozent – höhere Rückstellungen für Sanierungen und gestiegene Minderheitsbeteiligungen belasten die Rechnung.

Die Bank bevorzugt stattdessen weiterhin Anglo American und Glencore, beide mit „Overweight“ bewertet. Für Rio Tinto hat die Outperformance vorerst ihr Ende gefunden.

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