Die Aktie von Rio Tinto geriet am Donnerstag massiv unter Druck. In London sackte der Titel um 1,6 Prozent auf 60,93 Pfund ab. Der Grund: Der Bergbauriese hat bestätigt, dass die Fusionsgespräche mit dem Schweizer Konkurrenten Glencore wieder aufgenommen wurden. Was nach einer Wachstumsstory klingt, schreckt die Anleger offenbar ab.
Bereits vor rund einem Jahr waren die Verhandlungen zwischen beiden Konzernen gescheitert. Doch angesichts der weltweiten Rohstoffknappheit und explodierender Metallpreise scheint ein neuer Anlauf unvermeidlich. Besonders Kupfer treibt die Branche um – der Preis stieg diese Woche auf ein Rekordhoch von über 13.300 US-Dollar je Tonne. Bis 2040 droht eine spürbare Verknappung des Industriemetalls.
Weltgrößter Rohstoffkonzern im Entstehen?
Ein Zusammenschluss würde den weltgrößten Rohstoffkonzern mit einem Unternehmenswert von mehr als 260 Milliarden US-Dollar schaffen. Glencore sprach am Donnerstagabend von „vorläufigen Gesprächen“ über einen möglichen Zusammenschluss einiger oder aller Geschäftsteile. Dabei stehe auch eine Fusion über einen reinen Aktientausch zur Diskussion.
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Die Erwartung am Markt ist klar: Rio Tinto würde Glencore schlucken, nicht umgekehrt. Nach den britischen Übernahmeregeln hat Rio Tinto nun bis zum 5. Februar um 17 Uhr Zeit, entweder ein konkretes Kaufangebot anzukündigen oder öffentlich zu erklären, kein Interesse zu haben.
Skepsis bei Marktteilnehmern
Doch nicht alle teilen die Euphorie über einen Mega-Deal. Aus dem australischen Handel kam prompt ein kritischer Kommentar: Rio Tinto sei ein relativ einfaches Unternehmen, das sich auf Eisenerz, Kupfer, Aluminium und neuerdings Lithium konzentriere. Die Hinzufügung weiterer Geschäftsbereiche durch Glencore würde das Bild verwässern. Kohle-Assets müssten ohnehin veräußert werden, um die australischen Aktionäre zu überzeugen.
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In Sydney verlor die Rio-Tinto-Aktie am Freitag sogar 6,2 Prozent. Zum Vergleich: Der Wettbewerber BHP legte um 0,8 Prozent zu. Offenbar zweifeln viele Investoren daran, dass die erhofften Synergien die strukturelle Verwässerung ausgleichen können.
Konsolidierungsdruck in der Branche
Der Druck zu Zusammenschlüssen steigt branchenweit. Rivale Anglo American übernahm im Herbst Teck Resources. BHP hatte zwischenzeitlich Interesse an einer Übernahme von Anglo signalisiert, scheiterte aber wiederholt. Die Jagd auf Kupfer-Assets krempelt die gesamte Bergbauindustrie um.
Ob die Fusion zwischen Rio Tinto und Glencore diesmal zustande kommt, bleibt offen. Gewissheit über eine Einigung oder Details gibt es laut Glencore nicht. Doch die Reaktion der Anleger zeigt: Sie sind skeptisch. Die nächsten Wochen bis zum 5. Februar dürften entscheidend werden.
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