Rio Tinto Aktie: Fristverlängerung erwartet

Die Fusionsgespräche zwischen Rio Tinto und Glencore stocken. Statt einer Entscheidung wird eine Fristverlängerung erwartet, da australische Investoren skeptisch sind und die Bewertung komplex ist.

Rio Tinto Aktie
Kurz & knapp:
  • Regulatorische Frist für Angebot läuft heute ab
  • Australische Aktionäre üben Kritik an der Transaktion
  • Streitpunkte sind Führungsposten und Unternehmensbewertung
  • Potenzial für weltgrößten Bergbaukonzern mit Fokus auf Kupfer

Die Fusionsgespräche zwischen Rio Tinto und Glencore stehen am Scheideweg. Heute läuft die regulatorische Frist ab – doch statt einer klaren Entscheidung zeichnet sich eine Verlängerung ab. Hinter den Kulissen rumort es gewaltig.

Nach britischem Übernahmerecht muss sich Rio Tinto als potenzieller Bieter bis heute, Donnerstag, den 5. Februar, äußern: entweder ein verbindliches Angebot vorlegen, die Gespräche beenden oder eine Fristverlängerung beantragen. Insider rechnen mit Letzterem. Glencore würde dem bereitwillig zustimmen, heißt es aus informierten Kreisen.

Australische Investoren machen Druck

Die Zurückhaltung kommt nicht von ungefähr. Vor allem Aktionäre in Australien – wo mehr als 20 Prozent der Rio Tinto-Anteile liegen – zeigen sich skeptisch. Ihr Hauptvorwurf: Glencore fordere eine hohe Prämie, obwohl viele seiner Kupferprojekte noch in sehr frühen Entwicklungsstadien stecken. Auch der Mehrwert von Glencores Handelsarm wird kritisch hinterfragt.

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„Wir erwarten eine Verlängerung als gesichtswahrende Maßnahme“, erklärt Hugh Dive vom Investmenthaus Atlas Funds, das Rio Tinto-Aktien hält und den Deal ablehnt. Die meisten von Glencores Assets seien kompliziert und lägen außerhalb von Rio Tintos Interessengebiet – abgesehen von den südamerikanischen Kupferminen.

Streit um Führungsposten und Bewertung

Die Verhandlungen gestalten sich zunehmend zäh. Laut „Financial Times“ pocht Rio Tinto darauf, dass der Verwaltungsratspräsident und der Vorstandsvorsitzende aus den eigenen Reihen kommen – bei Übernahmen dieser Größenordnung durchaus üblich. Rio Tintos Marktkapitalisierung liegt rund doppelt so hoch wie die von Glencore.

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Erschwerend kommt die aktuelle Marktvolatilität hinzu. Der Kupferpreis ist auf 14.000 Dollar je Tonne geklettert – was die Bewertungsfrage zusätzlich verkompliziert. „Bei Kupfer auf diesem Niveau braucht Rio eine Menge Bedenkzeit“, sagt eine mit den Gesprächen vertraute Person.

Diese Woche verkündete Glencore zudem, über den Verkauf von 40 Prozent seiner Kupfer- und Kobaltanlagen in der Demokratischen Republik Kongo an ein US-gestütztes Konsortium zu verhandeln. Die Assets werden mit rund 9 Milliarden Dollar bewertet – ein Faktor, der Rio Tintos Kalkulation durcheinanderwirbelt.

Die kombinierte Marktkapitalisierung beider Konzerne läge bei knapp 207 Milliarden Dollar. Damit entstünde der weltweit größte Bergbaukonzern mit bedeutendem Zugang zu Kupfer – einem Metall, das für die Energiewende entscheidend ist. Doch ob daraus mehr wird als Verhandlungstaktik, bleibt vorerst offen.

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