Rio Tinto Aktie: Simandou liefert 2,2 Millionen Tonnen

Neue Exportmengen aus Simandou und eine abgestufte Analystenbewertung setzen Rio Tinto zu. Der Konzern treibt parallel den Lithium-Ausbau voran.

Rio Tinto Aktie
Kurz & knapp:
  • Kursrückgang auf 91,71 Euro
  • Simandou-Exporte steigen deutlich
  • RBC stuft Aktie auf Underperform ab
  • Erste Lithium-Lieferung aus Argentinien

Rio Tinto gerät an der Börse wieder unter Druck. Die Aktie fiel am Donnerstag auf 91,71 Euro und gab 1,29 Prozent nach. Der Rücksetzer kommt in einem Marktumfeld, in dem neue Angebotsmengen beim Eisenerz und skeptischere Analystenstimmen die Fantasie bremsen.

Mehr Erz, mehr Konkurrenz

Im Mittelpunkt steht Simandou in Guinea. Aus dem Projekt wurden im Mai 2,2 Millionen Tonnen Eisenerz exportiert, nach 1,3 Millionen Tonnen im April. Das ist für den Markt relevant, weil zusätzliche Mengen aus Westafrika den Wettbewerb um Abnehmer verschärfen und mittelfristig auf die Preise drücken können.

Genau diese Sorge belastet nicht nur Rio Tinto, sondern auch andere große Förderer. Besonders die australische Pilbara-Region könnte dadurch unter mehr Preisdruck geraten. Für einen Konzern, dessen Ergebnis stark am Eisenerz hängt, ist das kein Nebenthema.

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RBC wird vorsichtiger

Zusätzlichen Gegenwind liefert eine neue Einschätzung von RBC Capital. Die Bank stufte Rio Tinto von „Sector Perform“ auf „Underperform“ ab. Das Kursziel hob sie zwar auf 6.400 Pence an, der Tenor bleibt aber vorsichtig.

RBC rechnet damit, dass Eisenerzpreise bis Ende 2027 in Richtung 85 Dollar je Tonne tendieren könnten. Nach der kräftigen Kursentwicklung wirkt die Bewertung damit anfälliger für Enttäuschungen. Seit Jahresbeginn liegt die Aktie trotz des Tagesverlusts noch 32,45 Prozent vorn, auf Sicht von zwölf Monaten sogar 78,18 Prozent.

Lithium als zweites Standbein

Parallel dazu treibt Rio Tinto die Diversifizierung voran. Aus dem Rincón-Projekt in der argentinischen Provinz Salta hat der Konzern erste kommerzielle Lithiumexporte gestartet. Die erste Lieferung umfasste 200 Tonnen Lithiumcarbonat und ging nach Shanghai.

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Das Vorhaben ist mehr als eine Randnotiz. Rio Tinto plant für das Projekt eine Jahreskapazität von 53.000 Tonnen, die bis 2028 erreicht werden soll. Damit versucht der Konzern, die starke Abhängigkeit vom Eisenerz schrittweise zu reduzieren.

Kurs bleibt robust, aber nicht billig

Trotz der Schwäche vom Donnerstag liegt die Aktie nur knapp unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 91,91 Euro. Gegenüber dem 200-Tage-Durchschnitt steht sie weiterhin 25,12 Prozent im Plus. Das zeigt: Der langfristige Aufwärtstrend ist noch intakt.

Kurzfristig spricht aber viel für mehr Schwankung. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei 67,32 Prozent. Solange Simandou zusätzliche Mengen liefert und der Eisenerzmarkt auf sinkende Preisannahmen reagiert, dürfte Rio Tinto stark am Rohstoffzyklus hängen bleiben.

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