Rio Tinto Aktie: Verschärfte US-Zölle belasten

Die US-Regierung ändert die Zollberechnung für Metallimporte, was für Rio Tinto zu höheren Kosten führt. Das Aluminiumgeschäft ist besonders betroffen, während die Kupfersparte gemischte Aussichten hat.

Rio Tinto Aktie
Kurz & knapp:
  • Neue US-Zollberechnung ab 6. April 2026
  • Aluminiumsparte mit steigenden Kosten belastet
  • Kupfergeschäft profitiert von US-Marktabschottung
  • Aktienkurs zeigt handelspolitische Risiken

Die US-Regierung zieht die Zügel in der Handelspolitik an und nimmt dabei den nordamerikanischen Metallmarkt ins Visier. Mit einer neuen Verordnung ändert Washington ab dem 6. April drastisch die Berechnungsgrundlage für Importzölle. Für den Bergbaukonzern Rio Tinto bedeutet dieser Schritt eine direkte finanzielle Belastung für seine grenzüberschreitenden Lieferketten.

Versteckte Kosten durch neue Berechnung

Präsident Donald Trump hat pünktlich zum Jahrestag seines ersten Zollpakets die Regeln für Metallimporte angepasst. Ab kommender Woche wird ein pauschaler Zoll von 50 Prozent auf Aluminium, Stahl und Kupfer erhoben. Der entscheidende Hebel liegt jedoch in einem scheinbaren Detail: Die Abgabe berechnet sich künftig nach dem US-Verkaufspreis und nicht mehr nach dem oft niedrigeren Einfuhrwert.

Diese methodische Änderung trifft Rio Tinto empfindlich. Der Konzern betreibt in der kanadischen Provinz Quebec eine Raffinerie sowie fünf Schmelzhütten, deren Produktion größtenteils in die USA fließt. Bereits im ersten Halbjahr 2025 kosteten die US-Zölle das Unternehmen rund 300 Millionen US-Dollar. Da die neue Berechnungsgrundlage die Steuerlast nun strukturell erhöht, dürfte sich diese Kostenlücke für das Aluminiumgeschäft weiter vergrößern.

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Kupfergeschäft als zweischneidiges Schwert

Etwas differenzierter stellt sich die Lage in der Kupfersparte dar. Auf der einen Seite profitiert das inländische US-Geschäft, wie etwa die Bingham-Canyon-Mine in Utah, von der Abschottung des Marktes. Zudem sicherten sich Rio Tinto und der Partner BHP durch einen historischen Landtausch kürzlich die nächste Entwicklungsphase für das riesige Resolution-Copper-Projekt in den Vereinigten Staaten.

Auf der anderen Seite schwebt eine laufende Untersuchung des US-Handelsministeriums über dem Sektor, die zu weiteren Abgaben führen könnte. Erschwerend kommt hinzu, dass Rio Tinto rund 60 Prozent seiner Umsätze in China erwirtschaftet. Jede weitere Eskalation im Handelsstreit zwischen Washington und Peking bedroht somit die wichtigste Einnahmequelle des Bergbaugiganten.

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Dividende als kurzfristiger Puffer

Die wachsende handelspolitische Unsicherheit hinterlässt bereits Spuren am Aktienmarkt. Der Kurs ist von seinem Rekordhoch Ende Februar bei gut 98 US-Dollar zurückgewichen und notierte gestern bei 94,45 US-Dollar. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 15 ist das Papier zwar günstiger bewertet als der Branchendurchschnitt von rund 20. Allerdings preist der Markt die drohenden Margenrisiken vor dem Stichtag am 6. April zunehmend ein.

Aktionäre erhalten am 16. April 2026 die Schlussdividende für das abgelaufene Geschäftsjahr. Diese turnusmäßige Ausschüttung bietet Anlegern einen konkreten Mittelzufluss, während sich das regulatorische Umfeld in Nordamerika durch die neue Zollberechnung spürbar verdüstert.

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