Auf der Alzheimer’s Association International Conference (AAIC) 2026 in London stellte der Basler Konzern neue Langzeitdaten zu seinem Antikörper Trontinemab vor. Parallel dazu meldete das Unternehmen eine FDA-Zulassung für einen Begleittest bei Prostatakrebs sowie eine Prioritätsprüfung für die Kombination aus Tecentriq und Chemotherapie bei Darmkrebs. Für ein Unternehmen, dessen Pipeline von Onkologie bis Neurologie reicht, verdichten sich damit gleich mehrere Nachrichtenstränge in kurzer Folge.
Neue Daten zu Trontinemab bei Alzheimer
Im Zentrum der AAIC-Präsentation stand die geplante PrevenTRON-Studie, die in den kommenden Monaten starten soll. Sie richtet sich an asymptomatische Patienten und an Personen im Übergangsstadium, die bereits Alzheimer-typische Biomarker aufweisen. Roche stützt sich dabei auf Daten aus der offenen Verlängerungsphase (Open-Label Extension) der laufenden Studien: Bei der Dosis von 3,6 Milligramm pro Kilogramm erreichten 92 Prozent der Patienten nach 28 Wochen einen Wert unterhalb der Amyloid-Positivitätsschwelle, gelten also als amyloidnegativ.
Auf der Sicherheitsseite verzeichnete Roche bei 8,6 Prozent der Patienten Infusionsreaktionen und bei 3,7 Prozent eine Anämie. Acht Fälle von Mikroblutungen im Gehirn wurden erfasst, zudem ein Todesfall, den Roche nicht auf die Studienbehandlung zurückführt. Die entscheidenden Phase-III-Studien TRONTIER 1 und TRONTIER 2 laufen bereits. Sollte Trontinemab die Zulassung erreichen, wäre es die dritte Anti-Amyloid-Therapie am Markt – ein Segment, das mit Donanemab und Lecanemab bereits zwei etablierte Wirkstoffe kennt und in dem sich der Wettbewerb um Wirksamkeit und Sicherheitsprofil zunehmend verschärft.
FDA-Zulassung für Prostatakrebs-Diagnostik und Prioritätsprüfung für Tecentriq
Auf der onkologischen Seite kann Roche einen weiteren Etappensieg verbuchen: Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat den Begleitdiagnostiktest VENTANA PTEN (SP218) für Prostatakrebs zugelassen. Solche Companion Diagnostics identifizieren Patienten, die von einer bestimmten Therapie am ehesten profitieren, und sind damit ein wichtiger Baustein für die zielgerichtete Behandlung.
Zugleich hat die FDA für die Kombination aus Tecentriq und Chemotherapie bei Darmkrebs eine Prioritätsprüfung eingeleitet, die Entscheidung wird bis zum 9. Oktober 2026 erwartet. Grundlage ist eine Risikoreduktion von 50 Prozent für Rezidiv oder Tod gegenüber der Vergleichsbehandlung. Eine beschleunigte Prüfung durch die FDA verkürzt in der Regel den Zeitraum bis zu einer möglichen Marktzulassung erheblich und signalisiert, dass die Behörde den Daten hohe klinische Relevanz beimisst.
Elecsys-Bluttest ergänzt Diagnostik-Portfolio
Auch im Bereich der Alzheimer-Diagnostik ist Roche präsent. Neben einem Konkurrenztest wurde der Roche Elecsys pTau181 für Patienten ab 55 Jahren mit Demenzsymptomen zugelassen. Solche Bluttests auf Amyloid- und Tau-Proteine erreichen nach Angaben aus der Forschung eine Genauigkeit von über 90 Prozent und könnten die aufwendigere Bildgebung in der Praxis künftig teilweise ersetzen. Damit positioniert sich Roche nicht nur bei den Therapien selbst, sondern auch bei der vorgelagerten Diagnostik, die über den Zugang zu neuen Behandlungen mitentscheidet.
Die Häufung von Zulassungen und positiven Studiendaten innerhalb weniger Tage unterstreicht die Breite der Roche-Pipeline über Onkologie, Neurologie und Diagnostik hinweg. Anleger dürften insbesondere die für Oktober erwartete FDA-Entscheidung zu Tecentriq bei Darmkrebs sowie den Fortgang der Phase-III-Studien zu Trontinemab als nächste konkrete Meilensteine im Blick behalten.
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