Rocket Lab: 23-Prozent-Wochenverlust vor SpaceX-IPO

Rocket Lab verzeichnet deutliche Kursverluste vor dem erwarteten SpaceX-IPO. Analysten sehen Chancen, doch die Bewertungsdebatte belastet den Sektor.

Rocket Lab USA Aktie
Kurz & knapp:
  • Wöchentlicher Kursrückgang von über 23 Prozent
  • SpaceX-IPO als entscheidender Sektorkatalysator
  • Stifel erhöht Kursziel auf 132 Dollar
  • Erster Neutron-Flug für 2026 geplant

Rocket Lab geht mit schwerem Gepäck in die neue Woche. Die Aktie hat einen kräftigen Rückschlag hinter sich, während der geplante SpaceX-Börsengang den gesamten Raumfahrtsektor neu vermessen könnte. Genau darin liegt der Reiz, aber auch das Risiko: SpaceX kann die Bewertungsfantasie verlängern oder Gewinne aus dem Sektor ziehen.

Am Freitag schloss Rocket Lab bei 110,08 Dollar und verlor 8,23 Prozent. Auf Wochensicht summiert sich das Minus auf 23,28 Prozent.

Seit Jahresanfang steht dennoch ein Plus von 44,86 Prozent. Über zwölf Monate sind es sogar 316,18 Prozent. Der Abstand zum Hoch bei 151,00 Dollar zeigt, wie hart die Korrektur ausfällt.

Warum der Rückschlag so heftig ausfällt

Die Aktie rutschte am 3. Juni fast 7 Prozent ab, als Luft- und Raumfahrtwerte breit verkauft wurden. Der Fehlstart einer Blue-Origin-Rakete am 28. Mai belastete die Stimmung zusätzlich.

Operativ wirkt der Einbruch nicht wie eine Reaktion auf einen neuen Schaden bei Rocket Lab. Im Markt geht es vor allem um Bewertungsniveau, Timing und Kapitalströme. Nach dem steilen Lauf nehmen viele Investoren Gewinne mit.

SpaceX setzt die Messlatte

Der geplante Börsengang von SpaceX ist der entscheidende kurzfristige Katalysator. Eine Preisfestsetzung könnte bereits am 11. Juni folgen. Ein Debüt unter dem Kürzel SPCX steht für den 12. Juni im Raum.

SpaceX will offenbar 75 Milliarden Dollar aufnehmen. Die angestrebte Bewertung liegt bei 1,75 Billionen Dollar.

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Berichte über eine mögliche Bewertung von 1,8 Billionen Dollar statt mehr als 2 Billionen Dollar bestritt Elon Musk später. Trotzdem hat die Debatte die Erwartungen im Raumfahrtsektor gedämpft. Aus Euphorie wird Prüfung.

S&P Dow Jones erschwert SpaceX außerdem den schnellen Index-Effekt. Der Anbieter will die zwölfmonatige Mindestfrist für neue Börsenfirmen nicht verkürzen. Auch Regeln zu Profitabilität und Streubesitz sollen bestehen bleiben.

Für Rocket Lab ist das ein zweischneidiger Faktor. Eine starke SpaceX-Notiz könnte die Bewertung des gesamten Sektors stützen. Eine nüchternere Platzierung könnte dagegen weitere Gewinnmitnahmen auslösen.

Stifel hält dagegen

Stifel-Analyst Erik Rasmussen bleibt optimistisch. Er erhöhte sein Kursziel von 110 auf 132 Dollar und hält an seiner Kaufempfehlung fest. Das neue Ziel gilt als höchstes bekanntes Kursziel an der Wall Street.

Rasmussen verweist auf Umsatzdynamik, einen wachsenden Auftragsbestand und eine höhere Startfrequenz. Der Umsatz der vergangenen zwölf Monate stieg um 46 Prozent auf 680 Millionen Dollar.

Analysten rechnen mit weiterem Wachstum. Für die kommenden Verkäufe steht ein Plus von 52 Prozent im Raum. Electron gilt aus Stifel-Sicht inzwischen als skalierbare Plattform mit zunehmendem operativem Hebel.

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Neutron wird zum Prüfstein

Rocket Lab peilt den ersten Neutron-Flug an. Bei der FAA liegen Anträge für ein Startfenster vom 1. Juli bis 31. Dezember 2026.

Die Hardware nimmt Form an. Die Archimedes-Triebwerke laufen weiter durch die Qualifikation. Auch die zweite Stufe und die wiederverwendbare Nutzlastverkleidung haben neue Meilensteine erreicht.

Rocket Lab ersetzt den im Januar beim Drucktest geplatzten Treibstofftank der ersten Stufe. Das neue Bauteil entsteht auf einer automatisierten Faseranlage. Damit will das Unternehmen jene Fehlerquelle beseitigen, die aus manueller Laminierung entstand.

Auch die Zahlen stützen die Wachstumsstory. Im Auftaktquartal 2026 erzielte Rocket Lab 200,3 Millionen Dollar Umsatz. Das waren 63,46 Prozent mehr als im Vorjahr.

Für das laufende Quartal stellt das Management 225 bis 240 Millionen Dollar Umsatz in Aussicht. Die Non-GAAP-Bruttomarge soll 38 bis 40 Prozent erreichen.

Beim bereinigten EBITDA rechnet Rocket Lab weiter mit Verlusten. Die Spanne liegt bei 20 bis 26 Millionen Dollar. Das zeigt: Wachstum hat Vorrang vor kurzfristiger Profitabilität.

Der Auftragsfluss bleibt stark. Im Auftaktquartal gewann Rocket Lab mehr Startaufträge als im gesamten Vorjahr. Das Startmanifest umfasst inzwischen mehr als 70 vertraglich gesicherte Missionen.

Die nächste Woche dreht sich damit um die SpaceX-Preisfindung. Kommt der Börsengang stark an den Markt, kann Rocket Lab als börsennotierte Alternative profitieren. Fällt die Bewertung nüchterner aus, bleibt die jüngste Korrektur ein Warnsignal für überdehnte Erwartungen. Für Rocket Lab selbst rückt danach Neutron in den Vordergrund: Der bei der FAA hinterlegte Startkorridor Ende 2026 macht das Programm messbar.

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