Innerhalb einer Woche verlor Rocket Lab fast ein Fünftel seines Börsenwerts. Auslöser war kein operativer Rückschlag, sondern ein Dominoeffekt aus dem SpaceX-Umfeld — mit spürbaren Folgen für die gesamte Branche.
SpaceX-Effekt belastet den Sektor
Der Hintergrund: S&P Dow Jones Indices verweigerte SpaceX am 4. Juni 2026 den Schnellzugang in den S&P 500. Grund ist die fehlende GAAP-Profitabilität — SpaceX wies für 2025 einen Nettoverlust von knapp 5 Milliarden Dollar bei einem Umsatz von rund 18,7 Milliarden Dollar aus. Die Entscheidung traf die Stimmung im gesamten Sektor hart. Investoren, die auf einen Bewertungsschub durch die SpaceX-Notierung gesetzt hatten, überdenken nun ihre Multiples für Raumfahrt-Infrastrukturunternehmen — Rocket Lab eingeschlossen.
Die Aktie notiert aktuell bei 100,40 Euro, rund 25 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch vom 27. Mai. Auf Jahressicht steht dennoch ein Plus von mehr als 54 Prozent zu Buche.
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Operativ läuft das Geschäft auf Hochtouren
Abseits der Marktturbulenzen liefert Rocket Lab bemerkenswerte operative Zahlen. Im ersten Quartal 2026 kletterte der Umsatz auf einen Rekordwert von 200,3 Millionen Dollar — ein Plus von 63,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Für das zweite Quartal erwartet das Management zwischen 225 und 240 Millionen Dollar.
Der Auftragsbestand erreichte 2,2 Milliarden Dollar. Allein in den ersten drei Monaten des Jahres unterzeichnete das Unternehmen mehr neue Startverträge als im gesamten Jahr 2025 — darunter ein Rahmenvertrag über fünf Neutron- und drei Electron-Missionen.
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Neutron verzögert, HASTE startet
Einen Dämpfer gab es beim Neutron-Raketenprogramm: Ein Riss im Erststufentank verschob den Jungfernflug auf das vierte Quartal 2026. Das ist kein Kleinigkeit, aber kein fundamentaler Rückschlag für ein Unternehmen, das seinen Umsatz gerade verdoppelt.
Währenddessen schreitet das operative Programm voran. Am 10. Juni 2026 steht mit der Mission „Curveball“ ein suborbitalerTestflug im Rahmen des HASTE-Programms an — gestartet vom Launch Complex 2 auf Wallops Island, Virginia, im Auftrag einer Regierungsbehörde. Hinzu kommt ein regulatorischer Meilenstein: Anfang Juni bestand Rocket Lab den System Requirements Review für die Tracking-Layer-Konstellation Tranche 3 der Space Development Agency — ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum Hauptauftragnehmer für nationale Sicherheitssatelliten.
Der nächste Bewertungstest für die Aktie kommt mit den Q2-Zahlen. Bestätigt das Unternehmen seine Umsatzguidance von bis zu 240 Millionen Dollar, dürfte der aktuelle Rücksetzer als das erscheinen, was er ist: eine sektoriell bedingte Korrektur, keine Neubewertung der Wachstumsstory.
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