Rocket Lab ist da, wo viele Tech-Firmen nur hinwollen: im Nasdaq-100. Seit heute zählt der Raumfahrtkonzern zu den 100 größten Nicht-Finanzunternehmen an der US-Tech-Börse. Ein Meilenstein – doch die Aktie reagiert mit einem Kurssturz.
Der Zeitpunkt ist heikel. Denn parallel zum Index-Aufstieg verliert die Aktie massiv an Wert. Am Montag fällt sie um 9,31 Prozent auf 84,70 Euro. Vom Rekordhoch bei 133,80 Euro Ende Mai trennen sie nun knapp 37 Prozent. Über die letzten 30 Tage summiert sich das Minus auf fast 28 Prozent.
Sell the News oder strukturelle Schwäche?
Marktbeobachter vermuten einen typischen „Sell the News“-Effekt. Viele Anleger hatten auf die Nasdaq-100-Aufnahme spekuliert und verkaufen jetzt ihre Positionen. Gleichzeitig sorgt der Börsengang von SpaceX für eine Umschichtung. Manche Investoren rotieren aus Rocket Lab in den neuen Wettbewerber.
Hinzu kommen Insider-Verkäufe, die den kurzfristigen Druck verstärken.
Dabei läuft das operative Geschäft besser denn je. Der Auftragsbestand erreichte im ersten Quartal mit 2,2 Milliarden Dollar einen Rekord – ein Plus von 20,2 Prozent zum Vorquartal. Der Umsatz stieg um 63 Prozent auf 200,3 Millionen Dollar. Allein 31 neue Electron- und HASTE-Verträge kamen hinzu.
Vom Raketenbauer zum Raumfahrtkonzern
Rocket Lab verändert gerade sein Geschäftsmodell. Lange nur als Anbieter kleiner Trägerraketen bekannt, kauft sich das Unternehmen mit der Übernahme von Motiv Space Systems in die Raumfahrt-Robotik ein. Motiv lieferte Komponenten für Nasa-Marsmissionen. Die Integration eröffnet neue Geschäftsfelder: Satellitenwartung im Orbit, Raumstationsversorgung und Verteidigungsprogramme.
Das mittelschwere Trägersystem Neutron, das für das vierte Quartal 2026 angekündigt ist, soll die nächste Wachstumsstufe zünden. Es ist für Konstellationsaufbauten und nationale Sicherheitsmissionen ausgelegt.
Bis dahin bleibt die Aktie im Spannungsfeld zwischen operativem Fortschritt und kurzfristiger Marktdynamik. Der RSI liegt bei 41,3 Punkten – technisch noch neutral, aber nah an der überverkauften Zone. Entscheidend wird, ob Rocket Lab den Neutron-Starttermin halten und seine Roboterstrategie in Umsatz übersetzen kann.
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