Rocket Lab USA baut die kommerzielle Partnerschaft mit dem japanischen Satellitenbetreiber iQPS deutlich aus. Wie das Unternehmen am heutigen Donnerstag mitteilte, wurde eine dritte Rahmenvereinbarung über mehrere Starts innerhalb weniger Monate unterzeichnet. Damit festigt der US-Konzern seine Position als bevorzugter Startdienstleister für die geplante Satellitenkonstellation des japanischen Instituts.

Kontinuität beim Trägersystem Electron

Der neue Vertrag umfasst drei dedizierte Missionen mit der Electron-Rakete, die ab Ende 2027 vom Launch Complex 1 in Neuseeland abheben sollen. Ziel der Missionen ist es, jeweils einen QPS-SAR-Satelliten in eine niedrige Erdumlaufbahn (LEO) in etwa 575 Kilometern Höhe zu befördern. iQPS setzt bei seiner geplanten Konstellation von Radarsatelliten auf die Präzision des Electron-Systems, das bereits seit 2023 insgesamt sieben Satelliten für das japanische Unternehmen mit einer Erfolgsquote von 100 Prozent im All platziert hat.

Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Partnern gewinnt damit massiv an Tiefe. Inklusive der neuen Vereinbarung beläuft sich die Gesamtzahl der bei Rocket Lab gebuchten Starts für iQPS nun auf 18 Missionen. Neben dem reinen Transport liefert Rocket Lab zudem das Trennsystem „Motorized Lightband“ für die Missionen. iQPS verfolgt ambitionierte Wachstumsziele und plant, seine Konstellation bis Mai 2028 auf 24 Satelliten auszubauen. Bis zum Jahr 2030 sollen mehr als 36 Einheiten im Orbit aktiv sein, um hochauflösende Erdbobachtungsdaten unabhängig von Wetterbedingungen und Tageszeit erfassen zu können.

Marktreaktion und Analysteneinschätzungen

An der Börse sorgte die Nachricht heute für eine spürbare Erholung, nachdem das Papier im bisherigen Monatsverlauf stark unter Druck gestanden hatte. Die Aktie von Rocket Lab USA notiert aktuell bei 63,28 USD, was einem Plus von 7,99 % entspricht. Trotz dieser kurzfristigen Gegenbewegung bleibt die Bewertung mit einem Abstand von rund 58,09 % zum 52-Wochen-Hoch auf einem deutlich reduzierten Niveau. Analysten werten den neuen Auftrag sowie den am Montag bekannt gewordenen HASTE-Vertrag mit der US-Space-Force über 266 Millionen US-Dollar jedoch als positives Signal für die langfristige Auslastung der Kapazitäten.

Die Analysten von BofA bestätigen ihre Kaufempfehlung für den Titel mit einem Kursziel von 115 USD. Auch KGI Securities stufte den Wert zuletzt auf „Outperform“ hoch und sieht das Kursziel bei 107 USD. Die Experten heben dabei insbesondere den massiven Auftragsbestand hervor, der bereits im ersten Quartal 2026 ein Volumen von 2,2 Milliarden US-Dollar erreicht hatte und nun durch die iQPS-Deals weiter gestützt wird.

Operative Meilensteine und Quartalszahlen

Neben dem Tagesgeschäft mit der Electron-Rakete richtet sich der Fokus der Anleger verstärkt auf die Entwicklung der größeren, wiederverwendbaren Neutron-Rakete, deren Erstflug für das späte Jahr 2026 vorgesehen ist. Kurzfristig dürften zudem die am 10. August erwarteten Quartalsergebnisse wichtige Einblicke in die finanzielle Verfassung geben. Medienberichten zufolge rechnen Marktbeobachter für das abgelaufene Quartal im Durchschnitt mit einem Umsatz von 231,79 Millionen US-Dollar und einem Ergebnis je Aktie von minus 0,07 US-Dollar.

Nachdem ein für den 30. Juni geplanter Start abgebrochen werden musste, wird die nächste Mission für iQPS voraussichtlich im August 2026 stattfinden. Die heutige Vertragsunterzeichnung verdeutlicht jedoch, dass die Kunden trotz punktueller Verzögerungen im operativen Betrieb langfristig auf die Zuverlässigkeit des Unternehmens setzen. In einem Marktumfeld, das zuletzt von hoher Volatilität geprägt war, unterstreichen die wiederholten Buchungen die führende Rolle von Rocket Lab im Bereich der dedizierten Kleinsatellitenstarts.