Die Entspannung am Ölmarkt währte nur kurz. Ein Barrel der Nordseesorte Brent verteuerte sich am Mittwochmorgen um 1,5 Prozent auf 110,48 Dollar. Neue Berichte über Zwischenfälle an der Straße von Hormus und schrumpfende Lagerbestände in den USA haben die Hoffnungen auf eine rasche diplomatische Lösung im Iran-Konflikt wieder verdrängt.
Zwischenfälle gefährden Schifffahrtsroute
Am Dienstagnachmittag war der Ölpreis noch zeitweise spürbar abgesackt. Im Tief notierte Brent bei knapp 106 Dollar. Hintergrund waren Signale, dass Vermittler aus Katar und Pakistan weiterhin Gespräche führen, um den Krieg zwischen den USA und dem Iran zu beenden. Solche Friedensbemühungen hatten an den Märkten wiederholt Erwartungen auf eine Deeskalation geweckt.
Zur Wochenmitte kehrte die Nervosität an die Rohstoffmärkte zurück. Der staatliche iranische Rundfunk meldete, ein Tanker sei in der strategisch wichtigen Straße von Hormus auf eine Seemine gelaufen. Angaben zum Schiff oder dem genauen Zeitpunkt blieben aus. Bereits an den Vortagen hatten wiederholte Vorfälle dieser Art und Attacken auf Handelsschiffe die Sorge vor Lieferausfällen aus den Fördergebieten am Persischen Golf angeheizt.
Schrumpfende US-Rohölbestände
Verstärkt wird der Aufwärtsdruck durch Daten von der Nachfrageseite. Der Branchenverband American Petroleum Institute verzeichnete für die vergangene Woche einen Rückgang der Rohölbestände um 4,9 Millionen Barrel. Ein solches Abschmelzen der Reserven in den USA treibt die Preise typischerweise nach oben.
Brent-Öl hat die zwischenzeitlichen Vortagesverluste damit vollständig aufgeholt. Die Notierungen liegen wieder auf dem Niveau vom Dienstagmorgen, während die Lage an den zentralen Transportwegen der Region angespannt bleibt.


