Rohöl über 110 Dollar: Risiken im Nahen Osten treiben Brent

Meldungen aus der Straße von Hormus und sinkende US-Reserven ließen Brent die Vortagesverluste vollständig wettmachen.

KI-generiertes Symbolbild
Symbolbild, KI-generiert
Kurz & knapp:
  • Brent verteuerte sich um 1,5 Prozent
  • Preis erreichte 110,48 Dollar je Barrel
  • API meldete 4,9 Millionen Barrel weniger
  • Tanker soll auf Seemine gelaufen sein

Die Entspannung am Ölmarkt währte nur kurz. Ein Barrel der Nordseesorte Brent verteuerte sich am Mittwochmorgen um 1,5 Prozent auf 110,48 Dollar. Neue Berichte über Zwischenfälle an der Straße von Hormus und schrumpfende Lagerbestände in den USA haben die Hoffnungen auf eine rasche diplomatische Lösung im Iran-Konflikt wieder verdrängt.

Zwischenfälle gefährden Schifffahrtsroute

Am Dienstagnachmittag war der Ölpreis noch zeitweise spürbar abgesackt. Im Tief notierte Brent bei knapp 106 Dollar. Hintergrund waren Signale, dass Vermittler aus Katar und Pakistan weiterhin Gespräche führen, um den Krieg zwischen den USA und dem Iran zu beenden. Solche Friedensbemühungen hatten an den Märkten wiederholt Erwartungen auf eine Deeskalation geweckt.

Zur Wochenmitte kehrte die Nervosität an die Rohstoffmärkte zurück. Der staatliche iranische Rundfunk meldete, ein Tanker sei in der strategisch wichtigen Straße von Hormus auf eine Seemine gelaufen. Angaben zum Schiff oder dem genauen Zeitpunkt blieben aus. Bereits an den Vortagen hatten wiederholte Vorfälle dieser Art und Attacken auf Handelsschiffe die Sorge vor Lieferausfällen aus den Fördergebieten am Persischen Golf angeheizt.

Schrumpfende US-Rohölbestände

Verstärkt wird der Aufwärtsdruck durch Daten von der Nachfrageseite. Der Branchenverband American Petroleum Institute verzeichnete für die vergangene Woche einen Rückgang der Rohölbestände um 4,9 Millionen Barrel. Ein solches Abschmelzen der Reserven in den USA treibt die Preise typischerweise nach oben.

Brent-Öl hat die zwischenzeitlichen Vortagesverluste damit vollständig aufgeholt. Die Notierungen liegen wieder auf dem Niveau vom Dienstagmorgen, während die Lage an den zentralen Transportwegen der Region angespannt bleibt.

Über Felix Baarz 8312 Artikel
Felix Baarz arbeitet seit 2016 als Wirtschaftsjournalist und gehört zur Redaktion der YES Investmedia GmbH.Unter seinem Namen erscheinen auf Trading-Treff seit März 2025 Beiträge zu Aktien, Trading und Indizes sowie zu wirtschaftlichen Rahmenthemen. Schwerpunkte sind Rohstoffwerte sowie KI- und Technologiewerte.Quellen dieses Ressorts: Unternehmensmitteilungen und Pflichtveröffentlichungen, Geschäftsberichte und Quartalszahlen, Kurs- und Handelsdaten der Börsenplätze sowie Meldungen der Nachrichtenagenturen. Bei Index- und Trading-Themen zusätzlich die Zusammensetzung und Anpassungen der Indexanbieter sowie Terminmarktdaten; bei Technologie- und KI-Werten Produktankündigungen und Geschäftszahlen der Unternehmen.Einordnung: Analystenurteile und Kursziele erscheinen als Aussage der jeweiligen Häuser, nicht als Bewertung der Redaktion. Kurs- und Unternehmensangaben geben den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder.