Rohöl verbilligt sich nach Signalen aus Riad und Peking

Brent verbilligt sich auf 102,76 Dollar, während Pipeline-Pläne in Saudi-Arabien und Signale aus China auf Entspannung hoffen lassen.

KI-generiertes Symbolbild
Symbolbild, KI-generiert
Kurz & knapp:
  • Brent sinkt auf 102,76 Dollar
  • Saudi-Pipeline soll teilweise zurückkehren
  • Vollbetrieb erst in sechs Wochen
  • Jahresplus bei Brent rund 70 Prozent

Hoffnung auf eine leichte Entlastung der angespannten Transportrouten im Nahen Osten drückt die Ölpreise ins Minus. Am Donnerstag verbilligte sich Rohöl der Nordseesorte Brent zur Lieferung im November im Handelsverlauf um fast drei Prozent auf 102,76 Dollar je Barrel. Damit knüpften die Notierungen an die deutlichen Abschläge vom Vortag an.

Hinter der jüngsten Abwärtsbewegung stehen Hinweise auf diplomatische und infrastrukturelle Fortschritte. Marktbeobachter verweisen darauf, dass China den Iran aufgefordert haben soll, mäßigend auf die Huthi-Rebellen im Jemen einzuwirken. Angriffe der Miliz auf Tankschiffe hatten das weltweite Rohölangebot in den vergangenen Wochen spürbar verknappt.

Hoffnung auf saudi-arabische Pipeline

Bereits am Mittwoch war der Brent-Preis zeitweise um fast vier Dollar je Barrel gefallen. Auslöser waren Pläne Saudi-Arabiens, die beschädigte Ost-West-Pipeline schrittweise wieder hochzufahren. Innerhalb weniger Tage soll etwa die Hälfte der Durchleitungskapazität wieder zur Verfügung stehen.

Bis zur vollständigen Wiederherstellung der saudi-arabischen Transportroute wird es allerdings noch etwas dauern. Der Vollbetrieb der Pipeline ist erst in sechs Wochen vorgesehen.

Entsprechend vorsichtig fallen die Reaktionen an den Märkten aus. Anlagestratege Haris Khurshid vom Hedgefonds Karobaar Capital sieht noch keinen Grund für eine Entwarnung. Durch die Pipeline gewinne das Angebot zwar etwas Spielraum zurück, für unvorhergesehene Ausfälle gebe es im aktuellen Umfeld aber kaum Reserven.

Hohes Preisniveau bleibt vorerst bestehen

Trotz der jüngsten Kursverluste bleibt das Preisniveau im historischen Vergleich außergewöhnlich hoch. Der Krieg mit dem Iran und die damit verbundene Blockade der strategisch entscheidenden Straße von Hormus haben Rohöl über Monate verteuert. Seit Beginn des Jahres liegt das Plus für Brent-Öl bei rund 70 Prozent.

Ob die Entlastung an den Rohstoffmärkten anhält, hängt nun vor allem an der tatsächlichen Umsetzung des saudi-arabischen Zeitplans für die Pipeline und einer spürbaren Beruhigung der Schifffahrtswege rund um die jemenitische Küste.

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Felix Baarz arbeitet seit 2016 als Wirtschaftsjournalist und gehört zur Redaktion der YES Investmedia GmbH.Unter seinem Namen erscheinen auf Trading-Treff seit März 2025 Beiträge zu Aktien, Trading und Indizes sowie zu wirtschaftlichen Rahmenthemen. Schwerpunkte sind Rohstoffwerte sowie KI- und Technologiewerte.Quellen dieses Ressorts: Unternehmensmitteilungen und Pflichtveröffentlichungen, Geschäftsberichte und Quartalszahlen, Kurs- und Handelsdaten der Börsenplätze sowie Meldungen der Nachrichtenagenturen. Bei Index- und Trading-Themen zusätzlich die Zusammensetzung und Anpassungen der Indexanbieter sowie Terminmarktdaten; bei Technologie- und KI-Werten Produktankündigungen und Geschäftszahlen der Unternehmen.Einordnung: Analystenurteile und Kursziele erscheinen als Aussage der jeweiligen Häuser, nicht als Bewertung der Redaktion. Kurs- und Unternehmensangaben geben den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder.