Kein einziger Analyst empfiehlt den Verkauf. Das milliardenschwere Rückkaufprogramm läuft auf Hochtouren. Und mit Kleinreaktoren erschließt Rolls-Royce ein Geschäftsfeld, das weit über den Triebwerksbau hinausgeht. Die Aktie hat gute Gründe für ihre jüngste Erholung.
Rückkäufe als Kurstreiber
In der Woche vom 28. April bis 4. Mai kaufte Rolls-Royce über Morgan Stanley weitere eigene Aktien zurück — und cancellte sie direkt. Kein einziges Papier wandert ins Treasury; jeder Rückkauf reduziert sofort das ausstehende Kapital. Derzeit befinden sich rund 8,4 Milliarden Aktien im Umlauf.
Das Programm ist Teil eines der größten Rückkaufvorhaben in der britischen Unternehmensgeschichte. Bis 2028 plant Rolls-Royce Rückkäufe im Umfang von bis zu neun Milliarden Pfund. Vom laufenden Jahrestranche über 2,5 Milliarden Pfund sind bereits mehr als 750 Millionen Pfund abgearbeitet.
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Die Aktie reagierte: In den vergangenen sieben Tagen legte sie rund fünf Prozent zu. Auf Zwölfmonatssicht steht ein Plus von über 50 Prozent — gemessen am gestrigen Schlusskurs von 14,46 Euro. Das 52-Wochen-Hoch von 15,92 Euro, markiert Ende Februar, liegt noch rund neun Prozent entfernt.
Reaktoren als zweites Standbein
Parallel dazu baut Rolls-Royce sein Kernkraftgeschäft aus. Die Tochter Rolls-Royce SMR hat einen Vertrag mit Great British Energy – Nuclear unterzeichnet, der den Weg für die ersten kleinen modularen Reaktoren (SMR) in Großbritannien ebnet. Drei Einheiten sollen zusammen mindestens 1,4 Gigawatt erzeugen — genug für rund drei Millionen Haushalte über mehr als 60 Jahre.
Hinzu kommt ein Early-Works-Vertrag mit dem tschechischen Energiekonzern CEZ für den ersten SMR in der Tschechischen Republik. Damit ist Rolls-Royce SMR das einzige Unternehmen in Europa mit mehreren vertraglichen Verpflichtungen zur SMR-Lieferung. Für das britische Programm steht eine Kreditfazilität des National Wealth Fund über 599 Millionen Pfund bereit; öffentliche Mittel in Höhe von 2,6 Milliarden Pfund sind zugesagt.
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Starkes operatives Fundament — mit einem Vorbehalt
Das operative Geschäft liefert die Grundlage für diese Ambitionen. Im Zivilluftfahrtbereich stiegen die Flugstunden großer Triebwerke im ersten Quartal um fünf Prozent auf 115 Prozent des Niveaus von 2019 — exakt am unteren Ende der Jahreszielspanne. Das Verteidigungsgeschäft profitiert von mehr als 20 Prozent höheren Neugeräteverkäufen. Power Systems wächst stark, getragen von der Nachfrage aus Rechenzentren. Die verbesserte Finanzlage erlaubte es, eine Anleihe über 750 Millionen Euro aus dem freien Cashflow zu tilgen; Moody’s und Fitch hoben daraufhin das Rating auf A3 beziehungsweise A- an.
Einen Wermutstropfen gibt es: Analysten erwarten im Schnitt sinkende Gewinne über die nächsten drei Jahre. Sollte der Cashflow diesem Trend folgen, könnte das die Spielräume für Rückkäufe und Dividenden einengen. Technische Probleme wie die laufende Untersuchung am Trent-XWB-84-Triebwerk könnten die Flexibilität in schwächeren Jahren zusätzlich begrenzen.
Der Analystenkonsens sieht das Kursziel bei 1.411 Pence — rund 18 Prozent über dem aktuellen Niveau, gestützt auf 14 Kaufempfehlungen. Die Halbjahreszahlen im Juli werden zeigen, ob Flugstunden und Rückkauftempo diesen Optimismus rechtfertigen.
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