Erstmals seit mehr als fünf Jahren schüttet Rolls-Royce wieder eine Dividende aus — ausgerechnet an dem Tag, an dem Luftfahrtkonzerne reihenweise Flüge streichen. Das Zusammentreffen von Aktionärsmeilenstein und Branchengegenwind setzt die Aktie unter Druck.
Historische Rückkehr zur Dividende
Die Schlussdividende von 5 Pence je Aktie ist heute ex-Dividende gehandelt worden, Auszahlung folgt am 3. Juni 2026. Zusammen mit der Zwischendividende ergibt sich eine Gesamtausschüttung von 9,5 Pence für das Geschäftsjahr 2025 — das entspricht einer Ausschüttungsquote von 32 Prozent des bereinigten Nachsteuergewinns. Für Rolls-Royce ist das ein echter Einschnitt: Die letzte Dividende liegt mehr als fünf Jahre zurück.
Hinzu kommt ein milliardenschweres Rückkaufprogramm. Für 2026 bis 2028 plant das Management Rückkäufe im Umfang von insgesamt 7 bis 9 Milliarden Pfund, davon 2,5 Milliarden Pfund allein in diesem Jahr. Das Programm läuft seit dem 1. April 2026. Formal gültig werden Dividende und Rückkaufermächtigung allerdings erst nach der Hauptversammlung am 30. April — beide Maßnahmen stehen noch unter Vorbehalt der Aktionärszustimmung.
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Lufthansa, KLM, SAS streichen Flüge
Das Geschäftsmodell von Rolls-Royce macht die Abhängigkeit von der Luftfahrt besonders spürbar. Ein Großteil der Erlöse fließt aus langfristigen Serviceverträgen, die nach geflogenen Stunden abgerechnet werden. Wenn Airlines ihre Flugpläne ausdünnen, sinkt die Einnahmengrundlage.
Genau das passiert gerade. Lufthansa, ein Schlüsselkunde, hat den Abbau von 20.000 Flügen angekündigt. KLM und SAS Scandinavian Airlines haben ähnliche Schritte unternommen. Steigende Ölpreise und Sorgen um die Konsumnachfrage — befeuert durch den anhaltenden Konflikt im Nahen Osten — belasten die Branche. Die Aktie fiel in den vergangenen drei Handelstagen auf ein Niveau, das zuletzt Anfang April erreicht wurde. Mit einem Kurs von 13,19 Euro liegt sie rund 10 Prozent unter dem Stand vor einer Woche und gut 17 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch.
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Etwas Puffer bieten die Mindestgarantien in den Langzeitverträgen: Selbst bei reduzierten Flugstunden sichern sie einen Sockel an Einnahmen.
AGM am 30. April als nächster Prüfstein
Für das Gesamtjahr 2026 erwartet Rolls-Royce ein bereinigtes operatives Ergebnis von 4,0 bis 4,2 Milliarden Pfund sowie einen freien Cashflow von 3,6 bis 3,8 Milliarden Pfund. Die mittelfristigen Ziele wurden auf 4,9 bis 5,2 Milliarden Pfund operativen Gewinn und eine Marge von 18 bis 20 Prozent angehoben. J.P. Morgan bekräftigte am heutigen Tag sein Kaufvotum.
Neben Dividende und Rückkaufprogramm steht auf der Hauptversammlung auch ein CEO-Vergütungspaket von 24 Millionen Pfund zur Abstimmung — ein Punkt, der bei einem Teil der Aktionäre auf Widerstand stoßen dürfte. Das Ergebnis der Abstimmung am 30. April wird zeigen, wie geschlossen die Aktionärsbasis hinter dem Kurs des Managements steht.
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