Der britische Antriebshersteller Rolls-Royce treibt seine operative Aufstellung mit neuen Mitteln für das Fertigungsnetz und Fortschritten im Flugbetrieb voran. Am heutigen Dienstag absolvierte der Großraumfrachter Airbus A350F in Toulouse seinen viertündigen Erstflug, angetrieben von Rolls-Royce-Triebwerken des Typs Trent XWB-97. Zeitgleich gab der Konzern neue Investitionen in Höhe von 300 Millionen Pfund für seine heimischen Standorte bekannt.
Kapazitätsausbau in der zivilen und militärischen Sparte
Die Mittel fließen in die Fertigungs- und Entwicklungsstandorte, um die Kapazitäten für die zivile Luftfahrt sowie den Verteidigungsbereich auszubauen. Den größten Anteil erhält das Werk in Derby, für das über 140 Millionen Pfund mit einer geplanten Fertigstellung im Jahr 2028 vorgesehen sind. Für den Standort Bristol plant das Unternehmen mehr als 90 Millionen Pfund für Militärantriebe sowie Wartungs- und Reparaturkapazitäten ein.
Die Maßnahmen stärken die industrielle Basis des Konzerns außerhalb des Großraums London. Rolls-Royce reagiert damit auf die anziehende Nachfrage im weltweiten Flugverkehr und die steigenden Budgets europäischer Verteidigungsprogramme. Die Investitionen sollen Engpässe in der Komponentenfertigung verringern und die Belastbarkeit der Zulieferketten sichern.
Turbinentechnik und Erprobungsprogramme
Ein Schwerpunkt der Fertigung liegt auf hochbelastbaren Triebwerkskomponenten. In Rotherham fließen Mittel in das Werk für Turbinenschaufeln, dessen Produktionsausstoß sich bis 2030 verdoppeln soll.
Diese Präzisionsbauteile sind zentral für die Effizienz der Triebwerke und stehen im Mittelpunkt des konzerneigenen Programms zur Steigerung der Haltbarkeit. Bei der Trent-Modellreihe zielen Weiterentwicklungen darauf ab, die Kühlung der Turbinenstufen zu verbessern und die Einsatzzeiten am Flügel deutlich zu verlängern.
Mit dem Jungfernflug des neuen Frachters erreicht auch das zivile Großtriebwerksgeschäft eine neue Phase. Für die Zertifizierungskampagne der Testflugzeuge sind rund neun Monate veranschlagt. Erste Auslieferungen des Frachtflugzeugs an Kunden sind für das zweite Halbjahr 2027 avisiert.
Kursplus seit Jahresbeginn
Die anhaltende Nachfrage nach Flugstunden und neuen Antriebsmodellen stützt das Geschäftsprofil des Konzerns. An den Finanzmärkten behauptet sich der Titel auf hohem Niveau: Im heutigen Handel notiert die Rolls-Royce-Aktie bei 17,24 Euro, was einem Wertzuwachs von 31 Prozent seit Jahresanfang entspricht.
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