Rolls-Royce baut seine Stellung im Nuklearsektor massiv aus. Das Unternehmen liefert drei kleine modulare Reaktoren (SMR) nach Schweden. Anleger reagieren prompt: Die Aktie klettert um fast fünf Prozent auf 15,74 Euro.
Erster Neubau seit Jahrzehnten
Das Konsortium Videberg Kraft hat sich für die Technologie der Briten entschieden. Auf der Halbinsel Värö entstehen drei Anlagen mit einer Gesamtleistung von 1.500 Megawatt. Damit lässt sich der Strombedarf von rund einer Million Haushalten decken. Es ist das erste neue Atomprojekt in Schweden seit über vier Jahrzehnten.
Der Auswahlprozess dauerte vier Jahre. Rolls-Royce setzte sich gegen 70 Konkurrenten durch. Die britische Regierung stützt das Vorhaben mit Exportgarantien. Parallel dazu fließen 599 Millionen Pfund aus dem National Wealth Fund in die SMR-Sparte.
Expansion und Militärtechnik
Konzernchef Tufan Erginbilgic sieht die SMR-Technologie im Aufwind. Nach Erfolgen in Großbritannien und Tschechien folgt nun der Durchbruch in Skandinavien. Die ersten Anlagen sollen Mitte der 2030er Jahre ans Netz gehen. In Japan kooperiert Rolls-Royce zudem bei der Entwicklung von Hochtemperaturreaktoren.
Abseits der Kernkraft treibt der Konzern die Militärtechnik voran. In Paris präsentierte die Sparte Power Systems ein neues Hybrid-Antriebssystem für Panzer. Der „mtu PowerPack Xelerate“ leistet über 1.400 Kilowatt. Die Serienfertigung ist für das nächste Jahrzehnt geplant.
Die Aktie nähert sich mit dem aktuellen Kurssprung ihrem Jahreshoch von 16,34 Euro an. Auf Sicht von zwölf Monaten verbuchten Investoren ein Plus von gut 50 Prozent.
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