Rolls-Royce Aktie: EU-Millionen für Comeback

Rolls-Royce erhält 64 Millionen Euro EU-Förderung für die Entwicklung des effizienten UltraFan 30-Triebwerks, um ab 2028 wieder in den lukrativen Markt für Schmalrumpfflugzeuge einzusteigen.

Rolls-Royce Aktie
Kurz & knapp:
  • EU-Förderung für UltraFan 30-Bodentests ab 2028
  • Ziel: 25 Prozent höhere Effizienz als Trent-Triebwerke
  • Strategische Rückkehr in den Schmalrumpfflugzeugmarkt
  • Aktie mit starkem Plus von 47 Prozent im Jahr

Seit über einem Jahrzehnt glänzt der britische Triebwerksbauer im lukrativen Markt für Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge durch Abwesenheit. Nun plant das Unternehmen die Rückkehr in genau dieses margenstarke Segment. Mit einer frischen Finanzspritze der Europäischen Union im Rücken treibt der Konzern die Entwicklung einer neuen, hochgradig effizienten Triebwerksgeneration voran, um sich rechtzeitig für kommende Flugzeugprogramme in Position zu bringen.

Rückenwind aus Brüssel

Am gestrigen Dienstag gab das Unternehmen bekannt, Fördermittel in Höhe von 64 Millionen Euro aus dem europäischen Luftfahrtprogramm CAJU erhalten zu haben. Das Geld fließt direkt in das Forschungsprojekt UNIFIED, bei dem Rolls-Royce ein internationales Konsortium anführt. Konkret geht es um die Vorbereitung der Bodentests für den sogenannten UltraFan 30-Demonstrator, die für das Jahr 2028 angesetzt sind.

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Dieses Getriebefan-Triebwerk soll im Vergleich zur ersten Generation der hauseigenen Trent-Triebwerke rund 25 Prozent effizienter arbeiten. Das übergeordnete technische Ziel ist eine drastische Senkung der Treibhausgasemissionen um 30 Prozent gegenüber dem Technologiestand von 2020 für Flugzeuge, die um das Jahr 2035 in Dienst gestellt werden.

Rückkehr in ein Milliarden-Geschäft

Hinter der technischen Entwicklung steht ein klares strategisches Motiv: Rolls-Royce will wieder Triebwerke für Schmalrumpfflugzeuge (Narrowbodies) bauen. Seit dem Ende der Beteiligung am V2500-Programm überließ man dieses Feld der Konkurrenz. Branchenprognosen gehen davon aus, dass sich die Produktion in dieser Flugzeugklasse in den nächsten 25 Jahren verdoppeln wird.

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Die Entwicklungskosten für eine völlig neue Triebwerksarchitektur sind enorm und werden für das gesamte UltraFan 30-Programm auf rund drei Milliarden Pfund geschätzt. Bisher hat der Konzern bereits über 500 Millionen Pfund aus eigenen Mitteln in die Grundlagenforschung investiert. Die EU-Gelder entlasten nun das interne Budget und werten das Projekt institutionell auf. An der Börse wird die langfristige Neuausrichtung des Unternehmens honoriert. Auf Sicht von zwölf Monaten verzeichnet das Papier ein Plus von gut 47 Prozent und notierte zuletzt bei 14,54 Euro, womit es sich knapp unterhalb der 50-Tage-Linie stabilisiert.

Präzises Timing für den Markt

Der Zeitplan für den UltraFan 30 ist dabei genau kalkuliert. Mit den geplanten Bodentests im Jahr 2028 positioniert sich Rolls-Royce exakt für den Zeitraum, in dem die großen Flugzeughersteller voraussichtlich mit den formalen Triebwerksauswahlen für die nächste Generation von Kurzstreckenjets beginnen werden. Gelingt die technologische Umsetzung bis dahin, steht das Unternehmen bereit, um im volumenstärksten Segment der zivilen Luftfahrt wieder als direkter Wettbewerber aufzutreten.

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Über Dieter Jaworski 1988 Artikel

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Mein Weg: Von Siemens-Aktien zur professionellen Analyse

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Parallel zu meiner wachsenden Finanzexpertise war ich 29 Jahre bei Siemens in internationalen Positionen tätig (u.a. Netzplanung, technische Großprojekte, Vertriebsleitung). Diese Zeit verschaffte mir tiefe Einblicke in die Abläufe und Kennzahlen großer Konzerne – ein unschätzbarer Vorteil für die heutige Aktienbewertung. Ich war zudem im Research-Team eines Finanzinstituts und als Gutachter für einen Wirtschaftsverlag tätig.

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