Die staatliche Unterstützung für Rolls-Royce stößt auf Kritik: Guardian-Kolumnist Nils Pratley stellte gestern die Rechtfertigung der Förderung des Triebwerksprogramms infrage. Er bezeichnete die öffentliche Budgetunterstützung als Subvention von 1,25 Milliarden £. Die Aktie fällt heute um 3,9%; damit ist jedoch kein ursächlicher Zusammenhang zwischen dem Kursrückgang und der Kritik belegt.

Förderrahmen mit Genehmigungsvorbehalt

Die britische Regierung und Rolls-Royce vereinbarten am Mittwoch ein gemeinsames Programm über zehn Jahre mit einem Volumen von 2,5 Milliarden £. Es umfasst Technologien für die nächste Generation ziviler und militärischer Strahltriebwerke. Nach Angaben der Regierung soll der Rahmen bis Ende 2029 insgesamt 3.300 bestehende Arbeitsplätze unterstützen.

Neue Zuschüsse wurden dabei noch nicht vergeben; künftige Unterstützung bleibt von Genehmigungen abhängig. Der vereinbarte Rahmen ist damit nicht mit bereits bewilligten neuen Fördermitteln gleichzusetzen.

Zuvor hatte die Financial Times am 23. Oktober berichtet, Rolls-Royce stehe vor einer britischen Fördervereinbarung über bis zu 200 Millionen £. Diese sollte die Entwicklung eines neuen Triebwerks für Kurzstreckenflugzeuge mitfinanzieren.

Frühere Kursschwäche und technischer Fortschritt

Für den Rückgang am 23. Oktober hatte Reuters einen konkreten Branchenanlass genannt: Safran warnte, dass das schwächere Wachstum im Ersatzteil- und Servicegeschäft bis 2027 anhalten könnte. Rolls-Royce gab dem Bericht zufolge im Zuge der breiteren Reaktion im Triebwerkssektor ebenfalls nach.

Einen technischen Fortschritt meldete Rolls-Royce am 20. Oktober: Das Unternehmen brachte sein MV-75-Triebwerk mit einer neuen digitalen FADEC-Steuerung auf volle Leistung. Wie Axios berichtete, erklärte ein Senior Vice President des Unternehmens, für die Zertifizierung müssten die Teilsysteme des Fluggeräts zusammengeführt werden. Die Testergebnisse werden mit Bell und der US-Armee geteilt.