Rolls-Royce weitet die Modernisierung seiner heimischen Produktionsstätten aus. Der britische Triebwerkshersteller stellt 300 Millionen Pfund für verschiedene Werke im Vereinigten Königreich bereit. An den Märkten schloss die Aktie gestern bei 17,26 Euro, verzeichnet seit Jahresanfang aber einen Zuwachs von 31 Prozent.
Schwerpunkte in Derby und Bristol
Der größte Einzelanteil des Programms ist für die zivile Luftfahrtsparte bestimmt. Der Standort Derby erhält mehr als 140 Millionen Pfund. Der Abschluss dieser Erweiterungsarbeiten ist für das Jahr 2028 vorgesehen.
Weitere Mittel fließen in den Südwesten und nach Schottland. Für das Werk in Bristol sind über 90 Millionen Pfund bis zum Jahr 2031 eingeplant. Die Fertigungsstätte in Inchinnan nahe Glasgow wird mit 43 Millionen Pfund modernisiert.
Die Investitionsoffensive soll die technologische Leistungsfähigkeit sichern und die Prozesse in der Komponentenfertigung modernisieren. Das Management reagiert damit auf die anhaltend hohe Nachfrage im internationalen Flugverkehr, die verlässliche Lieferketten und moderne Fertigungsanlagen erfordert.
Kapazitätsausbau für Turbinenschaufeln
Einen deutlichen Schub erhält die Fertigung im Werk Rotherham. Dort investiert der Konzern 19 Millionen Pfund, ergänzt um zwei Millionen Pfund an Fördergeldern der regionalen Behörden. Durch das Projekt soll sich die Produktion von Turbinenschaufeln bis zum Jahr 2030 verdoppeln.
Für den Standort Ansty sind zudem fünf Millionen Pfund zur Modernisierung von Anlagen vorgesehen. Seit dem Beginn des Restrukturierungsplans im Jahr 2023 investierte das Unternehmen bereits über drei Milliarden Pfund im Vereinigten Königreich.
Industriepolitischer Rahmen
Im Jahr 2025 gab der Konzern mehr als 2,8 Milliarden Pfund bei britischen Zulieferbetrieben aus. Die aktuellen Fabrikpläne fallen zeitlich mit Initiativen der britischen Regierung zusammen. Schatzkanzler John Healey kündigte parallel Förderprogramme für Ausbildungsplätze sowie Schiffbauaufträge an.
Für Anleger zeigt das Vorhaben, dass der Konzern die gewonnene operative Stärke für langfristige Kapazitätserweiterungen nutzt. An der Börse notiert das Papier nach einer starken Entwicklung der vergangenen Monate rund 6,5 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch. Rolls-Royce stellt sich damit frühzeitig auf die künftigen Produktionsanforderungen der Luftfahrtindustrie ein.
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