Die Papiere von Rolls-Royce gerieten gestern an der Londoner Börse unter Druck. Im Sog branchenweiter Kursverluste bei britischen Verteidigungswerten verzeichnete die Aktie einen Tagesverlust von 2,5 Prozent und beendete den Handel bei 16,96 Euro. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, dämpften die Abgaben im gesamten Rüstungssektor zugleich die Gewinne des britischen Leitindex FTSE 100.
Die Zurückhaltung der Marktteilnehmer erfasste den Titel nach einer mehrmonatigen Aufwärtsbewegung. Anleger nutzten das schwächere Branchenumfeld vor allem für zwischenzeitliche Gewinnmitnahmen im Verteidigungssegment. Das übergeordnete Bild bleibt gleichwohl positiv: Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie von Rolls-Royce ein Kursplus von 29 Prozent.
Fortschritte im Marine- und Flugzeuggeschäft
Abseits der gestrigen Kursreaktion treibt das Unternehmen wichtige Vorhaben in den operativen Bereichen voran. Rolls-Royce Power Systems unterzeichnete am 1. Oktober einen individuellen Lizenzvertrag mit der Saudi Engines Manufacturing Company, bekannt unter dem Namen MAKEEN. Die Vereinbarung regelt die Fertigung sowie die Endmontage von Schiffsmotoren der Baureihe mtu Series 2000 direkt in Saudi-Arabien.
Einen weiteren Entwicklungsschritt verbuchte die zivile Luftfahrtsparte. Am 29. September absolvierte der neue Großraumfrachter Airbus A350F seinen Erstflug und startete damit in die Flugerprobung. Rolls-Royce liefert für das Flugzeugprogramm die Trent XWB-97 Triebwerke, die den Frachter antreiben.
Aktienrückkäufe und britische Standorte
Auf Konzernebene wird die operative Entwicklung durch Kapitalmaßnahmen begleitet. Rolls-Royce führt sein Aktienrückkaufprogramm im Gesamtvolumen von 2,3 Milliarden Pfund planmäßig fort.
Im Zeitraum zwischen dem 22. und 28. September erwarb das Unternehmen knapp 3,49 Millionen eigene Stammaktien zurück, die eingezogen werden sollen. Zum Monatsende hielt die Gesellschaft keine eigenen Anteile im Bestand. Ergänzend dazu erwarb Non-Executive Director Beverly Goulet am 28. September weitere Anteile über die Reinvestition von Dividenden.
Vor gut einer Woche kündigte Rolls-Royce darüber hinaus Investitionen von 300 Millionen Pfund an fünf britischen Standorten an. Die Mittel fließen in Fertigungs- und Entwicklungsanlagen, um die industriellen Kapazitäten für die Bereiche Luftfahrt und Verteidigung gezielt zu stärken.
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