Neue Führung, erste Quartalszahlen unter veränderten Vorzeichen und ein Fußball-Turnier als Werbebooster — RTL Group steht in den kommenden Wochen vor einer ungewöhnlich dichten Nachrichtenlage.
Schwebig übernimmt das Steuer
Clément Schwebig tritt im Mai 2026 als neuer CEO an. Er wechselt von Warner Bros. Discovery, wo er als President und Managing Director für Westeuropa und Afrika verantwortlich war, und tritt die Nachfolge von Thomas Rabe an. Kein Unbekannter: Schwebig begann seine Karriere bei RTL Group und leitete dort über zehn Jahre das europäische TV-Geschäft.
An seiner Seite bleibt Björn Bauer als CFO. Rabe hinterlässt ein Unternehmen mitten im Umbau — weg vom klassischen Werbefernsehen, hin zu Streaming und internationaler Content-Produktion über Fremantle.
Was der Q1-Bericht am 13. Mai zeigen muss
Am 13. Mai legt RTL Group seine Zahlen für das erste Quartal vor. Es ist der erste große Finanztest unter neuer Führung — und ein früher Gradmesser für die ambitionierten Jahresziele.
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Das Management peilt für 2026 einen Gesamtumsatz von 6,1 bis 6,2 Milliarden Euro an. Das bereinigte EBITA soll auf rund 725 Millionen Euro steigen, ein Plus von etwa zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. Basis dafür: Streaming-Erlöse von 600 bis 650 Millionen Euro, organisches Wachstum bei Fremantle von rund drei Prozent — und ein lineares TV-Werbegeschäft, das um etwa drei Prozent schrumpft.
Der entscheidende Indikator bleibt das Streaming-Segment. Ende 2025 zählte RTL Group mehr als acht Millionen zahlende Abonnenten, das Segment näherte sich im vierten Quartal der Gewinnschwelle. Für 2026 ist erstmals ein Jahresgewinn im Streaming geplant. Integrationen mit Prime Video in Deutschland und Frankreich sowie ein gebündeltes Angebot mit Max in Deutschland sollen die Reichweite weiter ausbauen.
Auf der Kostenseite strebt das Unternehmen Einsparungen von rund 75 Millionen Euro an, verbunden mit dem Abbau von etwa 600 Stellen.
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Der WM-Effekt bei M6
Ein separater Kurstreiber wartet im zweiten Quartal. Groupe M6, die französische RTL-Tochter, hält erstmals in ihrer Geschichte die exklusiven Free-TV-Rechte an der FIFA-Weltmeisterschaft in Frankreich. Das Turnier läuft von Juni bis Juli — der Werbeumsatz-Schub wird damit fast vollständig in den Q2-Zahlen sichtbar.
Das ist relevant, weil M6 im ersten Quartal noch unter Druck stand: Die Werbeerlöse sanken um 5,9 Prozent auf 239 Millionen Euro. Das Streaming-Geschäft von M6+ wuchs hingegen um 23,6 Prozent, die Nutzerzahl stieg um 14 Prozent. Die WM-Rechte sind damit mehr als ein Imageprojekt — sie sollen die strukturelle Schwäche im linearen Werbemarkt zumindest teilweise kompensieren.
Dividende und Rückkaufprogramm
Am 30. April notierte die RTL-Aktie ex-Dividende, der technisch bedingte Kursrückgang von rund 15 Prozent spiegelte die Ausschüttung wider. Die Dividende von 5,50 Euro je Aktie — mehr als doppelt so viel wie die 2,50 Euro des Vorjahres — wird am 5. Mai gutgeschrieben. Im Anschluss setzt RTL Group das laufende Aktienrückkaufprogramm fort und plant den Erwerb von bis zu 500.000 weiteren Aktien über den Markt. Das mittelfristige Ziel liegt bei einem bereinigten EBITA von einer Milliarde Euro.
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