Trotz eines herausfordernden Marktumfelds im klassischen TV-Werbegeschäft zeigt die Wachstumssparte der Gruppe eine deutliche Dynamik. Laut Berichten von Advanced Television und Variety bleibt das Unternehmen bei seinem Ziel, die Profitabilität im Streaming-Bereich bis zum Jahr 2026 zu erreichen. CEO Thomas Rabe bestätigte, dass der Konzern auf Kurs sei, die gesteckten Meilensteine für die kommenden zwei Jahre zu realisieren.

Starke Zuwächse im Digitalgeschäft trotz Werbeflaute

In einem früheren Geschäftszeitraum, dem ersten Quartal 2025, erwirtschaftete die RTL Group einen Umsatz von 1,2 Milliarden Euro. Während die klassischen TV-Werbeerlöse mit 685 Millionen Euro stabil blieben, verzeichnete das Streaming-Segment einen deutlichen Umsatzanstieg von 29 Prozent. Die Anzahl der zahlenden Abonnenten kletterte konzernweit auf 7,1 Millionen, was einem Zuwachs von 18,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Allein in Deutschland konnte RTL+ die Zahl der Abonnenten um 18,1 Prozent auf 6,2 Millionen steigern.

Für das gesamte Geschäftsjahr 2025 strebt die Gruppe einen Umsatz von rund 6,45 Milliarden Euro sowie ein bereinigtes EBITA von etwa 780 Millionen Euro an. Diese Zahlen verdeutlichen die strategische Neuausrichtung weg vom rein linearen Fernsehen hin zu digitalen Plattformen. Dennoch belasten schwächelnde Werbemärkte das Gesamtergebnis, wie Berichte über die Konzernmutter Bertelsmann zeigen. Dort wirkte sich die Performance von RTL dämpfend auf das Konzernergebnis aus, das 2025 bei 1 Milliarde Euro lag.

Strategische Kooperationen und rechtliche Erfolge

Ein zentraler Pfeiler für das künftige Wachstum ist die verlängerte Partnerschaft mit der Deutschen Telekom. Wie Broadband TV News berichtet, haben RTL Deutschland und die Telekom ihre Zusammenarbeit vorzeitig bis zum Jahr 2030 verlängert. Im Rahmen dieser Kooperation bleibt RTL+ Premium ein fester Bestandteil der MagentaTV-Tarife. Bis 2026 plant die RTL Group, die Basis auf insgesamt 9 Millionen zahlende Abonnenten auszuweiten und damit einen Streaming-Umsatz von 750 Millionen Euro zu generieren. Hierfür investiert das Unternehmen jährlich rund 500 Millionen Euro in Programminhalte.

Parallel zur operativen Expansion erzielte der Sender einen juristischen Erfolg vor dem Oberlandesgericht München. In einem Rechtsstreit gegen einen Kabelnetzbetreiber wurde bestätigt, dass IPTV-Weiterverbreitungsrechte separat von klassischen Kabelrechten zu behandeln sind. Dies ermöglicht es RTL, VOX, ntv und weiteren Sendern der Gruppe, ihre Lizenzen unabhängig und zu eigenen Konditionen zu vergeben, was die Flexibilität in der Rechteverwertung erhöht.

Marktlage und technische Entwicklung

An der Börse spiegeln sich die strukturellen Herausforderungen des Mediensektors wider. Der Schlusskurs der Aktie lag am Freitag bei 31,30 Euro. Seit Jahresbeginn verzeichnet der Wert damit ein Minus von 9,14 Prozent. Trotz dieses Rückgangs notiert das Papier derzeit mit einem Abstand von 8,49 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief von 28,85 Euro.

Zusätzlich zur Expansion im Streaming-Bereich setzt RTL auf die Rückkehr hochkarätiger Sportrechte, um die Reichweite im Free-TV zu sichern. So wurde bekannt, dass der Sender für die Saison 2025 umfangreiche Übertragungsrechte an der Formel 1 gesichert hat, darunter sieben Rennen und zahlreiche Qualifying-Sitzungen live im frei empfangbaren Fernsehen. CEO Rabe erwartet zudem positive Impulse durch den geplanten Zukauf von Sky Deutschland, um die Marktposition weiter zu festigen.