RTL macht beim geplanten Kauf von Sky Deutschland den nächsten formalen Schritt. Mit der offiziellen Anmeldung bei der EU-Kommission ist das Vorhaben jetzt im kartellrechtlichen Prüfprozess – und damit dort, wo sich entscheidet, ob und unter welchen Auflagen der Deal durchgewinkt wird.
Der Medienkonzern hatte die Vereinbarung mit dem Sky-Eigentümer Comcast bereits im Juni 2025 angekündigt. Das Ziel des Managements ist klar: Die Freigabe soll kommen, damit die Übernahme noch im ersten Halbjahr 2026 abgeschlossen werden kann.
EU-Prüfung: Wettbewerb im Fokus
Inhaltlich dreht sich die Prüfung um die Wettbewerbslage im Europäischen Wirtschaftsraum. Denn mit RTL Deutschland und Sky Deutschland würden künftig Free-TV-Sender, Pay-TV-Angebote und die Streaming-Plattformen RTL+ und WOW unter einem Dach zusammenlaufen.
Für die Führung ist ebenfalls vorgesorgt: RTL-Deutschland-CEO Stephan Schmitter soll nach Abschluss die integrierte Einheit leiten. Parallel gibt es bei Sky Deutschland einen Übergang in der Chefetage. Der bisherige CEO Barny Mills wechselt zum 1. März 2026 in die Sky-Group-Spitze (CFO und CEO New Business), bleibt aber bis zum Closing weiterhin operativ bei Sky Deutschland, um die Kontinuität sicherzustellen.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei RTL?
Kaufpreis mit Aktien-Klausel
Finanziell ist der Deal zweigeteilt: RTL zahlt zunächst 150 Millionen Euro in bar. Dazu kommt eine variable Komponente, die an die RTL-Aktie gekoppelt ist.
Konkret kann Comcast innerhalb von fünf Jahren nach Abschluss zusätzliche Zahlungen auslösen, wenn der Aktienkurs von RTL über 41 Euro steigt. Der variable Anteil ist dabei auf maximal 377 Millionen Euro begrenzt. RTL hat sich auf mögliche aktienbasierte Abwicklungen dieser Klausel bereits vorbereitet und in der Vergangenheit Aktienrückkäufe gestartet, um eigene Aktien vorzuhalten.
Warum RTL auf Größe setzt
Strategisch passt der Zukauf in den Umbau weg vom klassischen linearen TV hin zu skalierbaren digitalen Video-Angeboten. Hintergrund: Die TV-Werbemärkte in Europa, besonders in Deutschland und Frankreich, waren im vergangenen Jahr schwach. Das drückt auf die klassischen Erlösströme.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei RTL?
Mit Sky Deutschland soll das Abo-Geschäft schneller wachsen und sofort an Masse gewinnen. Zusammen würden die Geschäfte laut Planung auf rund 11,5 Millionen zahlende Abonnenten im DACH-Raum kommen. Dazu erwartet das Management innerhalb von drei Jahren nach Closing jährliche Kostensynergien von 250 Millionen Euro. Inhaltlich soll die gebündelte Plattform mit Entertainment, News und Premium-Sportrechten wie Bundesliga und Formel 1 gegenüber den großen internationalen Streaming-Anbietern konkurrenzfähiger werden.
An der Börse bewegte sich die RTL-Aktie zuletzt nahe ihrem 52-Wochen-Hoch: Am Freitag lag der Schlusskurs bei 37,05 Euro, rund 1,85% unter dem Jahreshoch von 37,75 Euro.
Der nächste Meilenstein ist damit klar definiert: In den kommenden Monaten entscheidet das EU-Kartellverfahren über Freigabe und mögliche Auflagen – erst danach kann RTL den Abschluss der Übernahme wie geplant im ersten Halbjahr 2026 vollziehen.
RTL-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue RTL-Analyse vom 28. Februar liefert die Antwort:
Die neusten RTL-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für RTL-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 28. Februar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
RTL: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

