Europa braucht mehr Flüssigerdgas — und RWE ist gut positioniert, davon zu profitieren. Der Konzern hat seine Handels- und Logistikkapazitäten in den vergangenen Jahren gezielt ausgebaut. Jetzt zahlt sich das aus.
LNG-Anteil klettert auf über 50 Prozent
Das Analysehaus ICIS rechnet mit einem deutlichen Strukturwandel im europäischen Gasmarkt. Lag der LNG-Anteil am Gasmix in West- und Zentraleuropa 2025 noch bei 44 Prozent, soll er bis 2027 auf 47 Prozent steigen. Bis 2029 könnte Flüssigerdgas sogar 52 Prozent des gesamten Gasaufkommens ausmachen.
Treiber ist ein wachsendes Angebot — vor allem aus Nordamerika. Experten erwarten, dass die neuen Kapazitäten groß genug sind, um Ausfälle in anderen Regionen aufzufangen. Die Folge: moderate Preise auf absehbare Zeit.
RWE verschifft neun Millionen Tonnen pro Jahr
RWE hat im vergangenen Jahr rund neun Millionen Tonnen LNG verschifft — das entspricht etwa 144 Schiffsladungen. Der Konzern nutzt flexibel gecharterte Transportkapazitäten, um Mengen bedarfsgerecht zu steuern.
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Die Lieferquellen sind breit gestreut. Aus Australien sichern langfristige Verträge Mengen aus dem Pazifikraum. Mit Texas LNG hat RWE einen 20-jährigen Abnahmevertrag abgeschlossen: eine Million Tonnen pro Jahr aus den USA. Das reduziert die Abhängigkeit von einzelnen Regionen spürbar.
Den operativen Hebel bildet der Bereich Supply & Trading. Er nutzt Preisschwankungen auf den globalen Märkten, um Lieferströme zu optimieren — ein Vorteil in einem Markt, der zunehmend auf flexible Transportlösungen statt feste Pipelines setzt.
Aktie mit starkem Jahresstart
Die RWE-Aktie notiert aktuell bei 56,70 Euro und hat seit Jahresbeginn rund 17,5 Prozent zugelegt. Investoren beobachten dabei eine zentrale Frage: Wie balanciert der Konzern die hohen Investitionen in erneuerbare Energien mit den stabilen Erträgen aus dem Gasgeschäft? Das LNG-Segment liefert derzeit genau den Cash-flow, den RWE für seinen Umbau braucht.
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