RWE prüft eine größere Beteiligung am Stromnetzbetreiber Amprion. Der Konzern spricht mit den beteiligten Aktionären über den Kauf eines 16,5-Prozent-Anteils aus dem Besitz der Ärztegruppe AEBG. Damit könnte RWE sein Gewicht im regulierten Netzgeschäft deutlich erhöhen.
Der mögliche Zukauf passt in die langfristige Strategie des Konzerns. Bereits heute hält RWE über ein Joint Venture mit Apollo 25,1 Prozent an Amprion. Mit dem neuen Anteil würde die Beteiligung auf mehr als 40 Prozent steigen. Das wäre ein klarer Schritt zu mehr Kontrolle über ein Geschäftsfeld, das stabile Erträge verspricht.
Deal im Milliardenbereich
Beim Preis geht es nicht um Kleingeld. Der Kauf wird auf einen niedrigen einstelligen Milliardenbereich geschätzt. RWE hat die Gespräche bestätigt, nennt aber weder Details zum Fortschritt noch einen festen Zeitplan.
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Im Markt gilt der Aufsichtsrat als nächster wichtiger Termin. Eine Entscheidung könnte im Verlauf des kommenden Monats fallen. Das Vorhaben bleibt damit offen, aber konkret genug, um den Kurs zu bewegen.
Aktie hält sich robust
An der Börse kam die Nachricht an. Die Aktie notiert bei 54,68 Euro und liegt damit leicht im Plus. Über die vergangenen sieben Tage stand aber ein Minus von 2,91 Prozent zu Buche, auf 30 Tage betrachtet sogar ein Rückgang von 9,35 Prozent.
Trotz der jüngeren Schwäche bleibt das Bild auf längere Sicht freundlich. Seit Jahresanfang hat die Aktie 16,71 Prozent zugelegt, auf Sicht von zwölf Monaten sogar 66,71 Prozent. Der Kurs liegt zudem unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 57,80 Euro, aber klar über dem 200-Tage-Durchschnitt von 48,50 Euro.
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Netzgeschäft gewinnt Gewicht
Für RWE ist Amprion mehr als ein Finanzinvestment. Das Netzgeschäft gilt als stabiler Baustein im Konzernmix und als Gegenpol zu stärker schwankenden Sparten. Genau deshalb sehen Beobachter in einer höheren Beteiligung eine mögliche Stärkung der Wachstumsstory.
Amprion betreibt ein rund 11.000 Kilometer langes Übertragungsnetz. Veränderungen in der Eigentümerstruktur sind in diesem Bereich nicht ungewöhnlich. Für RWE wäre der nächste Schritt dennoch relevant, weil er die Position im Bereich kritischer Infrastruktur weiter festigen würde.
Der Markt dürfte nun auf die Gremien warten. Fällt im kommenden Monat eine Entscheidung, wird klarer, ob RWE den Netzpfeiler ausbauen und die Beteiligung an Amprion deutlich über die bisherige Schwelle heben kann.
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