RWE Aktie: Kartellamt schlägt zu

Das Bundeskartellamt sieht RWE als marktbeherrschend im deutschen Strommarkt, während das Unternehmen gleichzeitig seine Offshore-Expansion in Großbritannien vorantreibt.

Rwe Aktie
Kurz & knapp:
  • Kartellamt sieht RWE als unverzichtbar für Stromversorgung
  • Massiver Offshore-Ausbau mit 1,4-Gigawatt-Projekt in UK
  • Investitionsplan um 10 Milliarden Euro gesenkt
  • Aktienrückkauf von 1,5 Milliarden Euro läuft

Das Bundeskartellamt hat RWE als marktbeherrschend im deutschen Strommarkt eingestuft – eine Einstufung mit weitreichenden Konsequenzen. Gleichzeitig treibt der Essener Konzern seine Offshore-Expansion in Großbritannien massiv voran. Am 12. März folgen die Jahreszahlen für 2025, die zeigen werden, wie RWE diesen Spagat zwischen regulatorischem Druck und Wachstumskurs meistert.

Marktmacht unter Beobachtung

Die Behörde stützt ihre Einschätzung auf einen klaren Indikator: RWE war in 4,3 bis 11,1 Prozent aller Jahresstunden unverzichtbar für die Deckung der Stromnachfrage. Liegt dieser Anteil über fünf Prozent, gilt dies als Beleg für eine marktbeherrschende Stellung. RWE überschreitet diese Schwelle deutlich.

Der Grund liegt nicht im Zubau neuer Kraftwerke. Vielmehr sind alte Kapazitäten, vor allem Kohlekraftwerke, aus dem Markt ausgeschieden. Diese waren in der Energiekrise kurzzeitig reaktiviert worden, sind nun aber endgültig vom Netz. Das verkleinerte Angebot verstärkt die Position der verbliebenen Akteure.

Die rechtlichen Folgen sind konkret: RWE darf keine Erzeugungskapazitäten gezielt zurückhalten, um Preise zu treiben. Eine kurzfristige Entspannung ist nicht in Sicht. Die geplanten Ausschreibungen für neue steuerbare Kraftwerkskapazitäten werden erst in einigen Jahren zu einer spürbaren Ausweitung des Angebots führen.

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1,4-Gigawatt-Projekt vor der britischen Küste

Während im Heimatmarkt die Kontrolle verschärft wird, beschleunigt RWE die internationale Expansion. Der Konzern hat einen festen Vertrag mit Vestas für das 1.380-MW-Offshore-Projekt Norfolk Vanguard West abgeschlossen. 92 Turbinen vom Typ V236-15,0 MW sollen ab 2029 Strom für rund 1,5 Millionen britische Haushalte liefern.

Das Projekt liegt mehr als 45 Kilometer vor der Küste Norfolks. RWE realisiert es gemeinsam mit dem globalen Investmentunternehmen KKR, das als Partner für die beiden Norfolk-Vanguard-Windparks einsteigt. Der Vertrag mit Vestas umfasst neben Lieferung und Installation auch ein fünfjähriges Serviceabkommen sowie einen langfristigen Betriebsunterstützungsvertrag.

Die finale Investitionsentscheidung für Vanguard West ist für den Sommer 2026 geplant. RWE sicherte sich Contracts for Difference zu einem Strike-Preis von 91,20 Pfund pro Megawattstunde – ein kalkulierbarer Festpreis für die kommenden Jahre.

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Investitionen gesenkt, Aktienrückkauf gestartet

Parallel dazu justiert RWE die Kapitalallokation neu. Für den Zeitraum 2025 bis 2030 sind Investitionen von rund 35 Milliarden Euro geplant – etwa zehn Milliarden weniger als ursprünglich vorgesehen. Die frei gewordenen Mittel fließen in einen Aktienrückkauf im Umfang von 1,5 Milliarden Euro, der bis Mai 2026 läuft.

CEO Markus Krebber macht zudem eine klare Ansage: Investitionen in kleine Atomreaktoren kommen für RWE nicht infrage. Indirekte Auswirkungen der US-Zölle auf die Investitionsvorhaben des Konzerns rechnet er dennoch ein.

Im Rheinischen Revier entstehen derweil neue Onshore-Kapazitäten. Zwischen Inden und Düren-Merken errichtet RWE zwei Windanlagen mit insgesamt 14 Megawatt Leistung. Die Inbetriebnahme ist für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant. Allein diese beiden Anlagen können rechnerisch 9.000 Haushalte mit grünem Strom versorgen. Die Standortkommunen werden mit 0,2 Cent je erzeugter Kilowattstunde beteiligt.

Am 12. März veröffentlicht RWE die Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2025 und gibt einen Ausblick auf 2026. Die vorgeschlagene Dividende von 1,20 Euro je Aktie steht dabei auf dem Prüfstand – die Hauptversammlung zur Genehmigung ist für den 30. April angesetzt. Der Aktienkurs hat seit Jahresbeginn rund 14 Prozent zugelegt und notiert aktuell bei 53,54 Euro, nahe dem 52-Wochen-Hoch von 54,82 Euro.

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