RWE zieht das Tempo beim Ausbau der Erneuerbaren deutlich an – vor allem in Großbritannien und Italien. Gleichzeitig steigt in Deutschland der regulatorische Druck, weil das Bundeskartellamt eine deutlich gewachsene Marktmacht sieht. Genau dieses Spannungsfeld macht die kommenden Wochen so wichtig: Am 12. März will der Konzern seine Jahreszahlen vorlegen.
Offshore-Wind: Norfolk Vanguard West wird konkret
Operativ setzt RWE in Großbritannien ein Ausrufezeichen. Für das Offshore-Projekt Norfolk Vanguard West (1.380 MW) hat der Konzern einen festen Turbinenauftrag bei Vestas platziert. Geliefert und in Betrieb genommen werden 92 Turbinen vom Typ V236-15,0 MW. Ergänzt wird das Paket durch ein fünfjähriges Wartungsabkommen, dem ein langfristiger Betriebsunterstützungsvertrag folgen soll.
Der Zeitplan ist ambitioniert, aber klar: Eine finale Investitionsentscheidung peilt RWE für Sommer 2026 an, die Inbetriebnahme ist für 2029 vorgesehen. Zudem steht die Partnerstruktur: Im Zuge der britischen CfD-Vergabe hat KKR 50% an jedem der Norfolk-Vanguard-Projekte erworben; die Projektfinanzierung soll noch in diesem Jahr abgeschlossen werden.
Rückenwind kommt aus London: In der britischen Allocation Round 7 wurden insgesamt 8,4 GW Offshore-Windkapazität vergeben. RWE sicherte sich dabei Projekte mit 6,9 GW Gesamtleistung zu einem Einspeisetarif von 91,20 GBP pro MWh – darunter Norfolk Vanguard East und West.
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Italien: Ausbau im Bau mehr als verdoppelt
Parallel schiebt RWE die Expansion in Südeuropa an. In Italien hat der Konzern die Kapazitäten im Bau auf 235 MW mehr als verdoppelt. Nach Projektstarts im Jahr 2025 kamen weitere 123 MW hinzu – darunter der Onshore-Windpark „Alas“ auf Sardinien sowie mehrere Solar- und Agri-PV-Anlagen im Süden.
In Summe arbeitet RWE dort an drei Windparks und diversen Solaranlagen, die nach Fertigstellung rechnerisch über 190.000 Haushalte versorgen sollen.
Bundeskartellamt: Marktmacht über Schwelle – und das hat Folgen
Während die internationale Pipeline wächst, nimmt in Deutschland die Diskussion um Marktmacht Fahrt auf. Das Bundeskartellamt kritisiert in seinem Marktmachtbericht 2024/25, dass die Marktmacht führender Stromerzeuger – RWE, LEAG und EnBW – „erheblich zugenommen“ habe.
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Die Behörde misst Marktmacht unter anderem daran, wie häufig ein Erzeuger „pivotal“ ist, also für die Deckung der Stromnachfrage unverzichtbar. Ab fünf Prozent der Jahresstunden sieht das Kartellamt ein starkes Indiz für eine marktbeherrschende Stellung – und RWE liege deutlich über dieser Schwelle. Hintergrund sei weniger der Zubau neuer Kraftwerke, sondern vor allem der Wegfall alter Kapazitäten, insbesondere Kohlekraftwerke, die in der Energiekrise zeitweise reaktiviert wurden und nun wieder aus dem System gehen.
Brisant sind die möglichen Konsequenzen: Marktbeherrschende Betreiber dürfen laut Kartellamt keine Erzeugungskapazitäten gezielt zurückhalten, um Preise zu treiben. Vor diesem Kontext wirkt auch RWEs Ankündigung, bis zu drei Gigawatt Gaskraftwerke bauen zu wollen, wie ein zusätzlicher Prüfstein – das Kartellamt beobachtet das Vorhaben „kritisch“.
Und wie reagiert der Markt auf diese Gemengelage? Der Kurs zeigt zunächst Stärke: Mit 54,98 Euro markiert die Aktie heute ein neues 52‑Wochen‑Hoch.
Im Fokus steht damit der nächste Termin: Am 12. März 2026 legt RWE den Geschäftsbericht vor. Dann wird sich zeigen, wie der Konzern seine Investitionsstrategie in den Erneuerbaren einordnet – und wie er die wachsende regulatorische Verantwortung im Heimatmarkt in seine Planungen übersetzt.
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