RWE räumt sein Portfolio auf und zieht sich endgültig aus dem schwedischen Windmarkt zurück. Der nun vollzogene Verkauf an den norwegischen Versorger Aneo markiert eine klare strategische Linie: Kapital fließt aus der Peripherie ab, um US-Kernmärkte und die stark wachsende Netztochter Amprion zu stärken. Diese strikte Fokussierung sorgt gepaart mit geopolitischen Faktoren bei Analysten für eine Neubewertung.
Milliarden fließen in Kernmärkte
Mit dem Stichtag 1. April ist der Deal mit Aneo abgeschlossen. Das übertragene Schweden-Geschäft umfasst unter anderem eine 1,8-Gigawatt-Entwicklungspipeline sowie mehrere bestehende Windparks. RWE zieht das Kapital gezielt ab, um es in profitablere Regionen zu lenken. Knapp die Hälfte des bis 2031 geplanten Investitionsbudgets von 35 Milliarden Euro ist für die USA reserviert. Dort sollen die Erzeugungskapazitäten von 13 auf 22 Gigawatt wachsen.
Gleichzeitig erweist sich die 25,1-prozentige Beteiligung am Übertragungsnetzbetreiber Amprion als massiver Ertragstreiber. Die vollständig in die RWE-Zahlen konsolidierte Netztochter steigerte ihr bereinigtes Konzernergebnis 2025 um 72 Prozent auf 672 Millionen Euro. Mit einem Investitionsplan von über 42 Milliarden Euro bis 2030 baut Amprion seine Infrastruktur stark aus. Ab 2027 sollen neue Gleichstromleitungen die Netzengpasskosten um jährlich rund 700 Millionen Euro senken.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Rwe?
Analysten bewerten geopolitische Lage
Die Umstrukturierung und das robuste Marktumfeld spiegeln sich in der Aktienkursentwicklung wider. Seit Jahresbeginn verzeichnet das Papier ein Plus von über 30 Prozent und notiert deutlich über seiner 200-Tage-Linie.
JPMorgan reagierte auf die jüngsten Entwicklungen mit einer deutlichen Kurszielanhebung von 57 auf 65 Euro und belässt den Titel auf „Overweight“. Die US-Bank argumentiert, dass der Iran-Krieg für einen strukturellen Preisanstieg bei Gas und Strom sorgt. Dies mache frühere Sorgen vor einem möglichen Flüssiggas-Überangebot ab dem zweiten Quartal hinfällig. Bernstein Research bewertet die Lage konservativer. Analystin Deepa Venkateswaran sieht das Kursziel weiterhin bei 57 Euro, was auf dem aktuellen Niveau kein weiteres Aufwärtspotenzial impliziert.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Rwe?
Trotz des massiven Investitionsprogramms hielt RWE seine Nettoschulden zuletzt stabil und steigerte die Eigenkapitalquote auf 41 Prozent. Die nächsten konkreten Impulse für die Aktie stehen bereits im Kalender:
- 30. April 2026: Virtuelle Hauptversammlung mit Abstimmung zur Ausschüttung
- 13. Mai 2026: Veröffentlichung der Ergebnisse zum ersten Quartal
Bei der Vorlage der Quartalszahlen muss das Management belegen, inwiefern die Prognose eines bereinigten EBITDA von bis zu 5,8 Milliarden Euro für das laufende Jahr auf Kurs bleibt.
Rwe-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Rwe-Analyse vom 8. April liefert die Antwort:
Die neusten Rwe-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Rwe-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 8. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Rwe: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...


