Starke Auftragsbücher, schwache Kurse. Bei Saab klaffen operative Realität und Börsenstimmung derzeit weit auseinander. Seit Jahresbeginn hat die Aktie fast 18 Prozent an Wert verloren. Mitte Juli muss das Management nun beweisen, dass der jüngste Konzernumbau echte Rendite bringt.
Diskrepanz zwischen Chart und Geschäft
Der Blick auf den Chart verdeutlicht den anhaltenden Abwärtsdruck. Am Freitag schloss das Papier bei 24,97 US-Dollar. Damit notiert der Rüstungskonzern fast 39 Prozent unter seinem Rekordhoch vom Januar. Ein harter Kontrast zur fundamentalen Lage.
Ende 2025 meldeten die Schweden noch einen Rekord-Auftragsbestand von über 274 Milliarden Kronen. Auch der operative Gewinn sprang im Schlussquartal deutlich an. Dennoch meiden Investoren europäische Rüstungswerte zunehmend. Der Sektor konsolidiert. Viele hohe Erwartungen sind bereits in den Kursen eingepreist.
Fokus auf das Kerngeschäft
Um gegenzusteuern, schärft Saab sein Profil. Im Juni verkaufte der Konzern seine Sparte für öffentliche Sicherheitslösungen an die norwegische Omda. Der Deal umfasst 75 Mitarbeiter und bringt eine Vorabzahlung von 15 Millionen Kronen.
Weitere erfolgsabhängige Millionen fließen später. Die Transaktion soll im vierten Quartal 2026 abschließen. Saab trennt sich damit von Randbereichen. Das Hauptaugenmerk rückt wieder stärker auf das militärische Kerngeschäft.
Parallel dazu positioniert sich das Unternehmen für neue EU-Verteidigungsgelder. Gemeinsam mit Lockheed Martin bewirbt sich Saab um ein europäisches Grenzaufklärungsprojekt. Brüssel entscheidet voraussichtlich im September über das 250-Millionen-Euro-Paket.
Analysten sehen Kaufchance
Marktbeobachter reagieren gemischt auf die jüngste Kursentwicklung. Pareto Securities stufte die Aktie kürzlich von „Halten“ auf „Kaufen“ hoch. Allerdings senkten die Experten das Kursziel auf 620 Kronen. Die Begründung: Die Marktreaktion sei übertrieben, auch wenn Margen und Auftragseingänge künftig etwas niedriger ausfallen dürften.
Am 17. Juli präsentiert Saab die Zahlen für das zweite Quartal. Investoren achten dann besonders auf den Auftragseingang und den operativen Cashflow. Liefert der Konzern hier solide Margen, könnte das den Abwärtstrend der Aktie stoppen. Ein Verfehlen der Erwartungen dürfte den Verkaufsdruck hingegen weiter verschärfen.
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