Saab reist mit frischen Produktneuheiten und einer vollen Auftragspipeline zur Eurosatory nach Paris. Ausgerechnet jetzt, wo die Verträge sprudeln, hat die Aktie rund ein Fünftel ihres Wertes verloren.
Neue Waffen für Paris
Vom 15. bis 19. Juni zeigt Saab auf der Eurosatory im Pariser Ausstellungszentrum Nord Villepinte sein aktuelles Portfolio. Das Herzstück: die neue Bolide-2-Rakete für das Kurzstrecken-Luftabwehrsystem RBS 70.
Die Bolide 2 bringt einen um 50 Prozent größeren Gefechtskopf, bessere Endphasenleistung und ein modulares Design für künftige Updates. Die unjammbare Lenkung der bisherigen RBS-70-Generationen bleibt erhalten. Lieferungen starten 2027, die Vorserienproduktion beginnt im Herbst 2026. Mehrere Verträge hat Saab bereits unterzeichnet.
Neben der Luftabwehr präsentiert Saab einen neuen Barracuda-Poncho zur Tarnung gegen Wärmesensoren, die HEAT-758-Patrone für das Carl-Gustaf-System gegen Panzer mit reaktiver Panzerung sowie sein vollständiges Drohnenabwehr-Portfolio. Die Nachfrage nach Anti-Drohnen-Systemen wächst bei NATO-Mitgliedern spürbar.
Aufträge auf breiter Front
Kurz vor der Messe meldete Saab einen Auftrag der US Army über 22,4 Millionen Dollar. Das Gesamtpotenzial des zugrundeliegenden BEST-MAC-Vertrags liegt bei 60,8 Millionen Dollar über 60 Monate. Saab liefert dabei Fahrzeugsimulationssysteme für das taktische Gefechtstraining.
Beim Kampfjet Gripen läuft es ebenfalls. Brasilien plant, seine Flotte um 20 zusätzliche Gripen-E/F-Jets zu erweitern. Das kündigte die brasilianische Regierung Anfang Juni gemeinsam mit Schweden an. Die brasilianische Luftwaffe käme damit auf 56 Maschinen statt bisher geplanter 36.
Hinzu kommt Kanada. Ottawa hat Saab als bevorzugten Lieferanten für ein neues Luftüberwachungsprogramm benannt. Konkret geht es um das GlobalEye-System für die Aufklärungs- und Frühwarnrolle. Ein Vertrag ist noch nicht unterzeichnet.
Starkes Buch, schwacher Kurs
Der Auftragsbestand liegt bei rund 197 Milliarden Schwedischen Kronen. Allein in den vergangenen Tagen kamen neue Verträge im Wert von über 16 Milliarden Kronen hinzu. Die Erlössichtbarkeit für die kommenden Jahre ist damit außergewöhnlich hoch.
Der Kurs erzählt eine andere Geschichte. In den vergangenen 90 Tagen hat die Aktie rund 22 Prozent verloren. Am 11. Juni notierte sie bei 541,8 SEK — deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch von 748,8 SEK.
Ob Eurosatory die Stimmung drehen kann, zeigt sich bereits in der kommenden Woche. Die Messe endet am 19. Juni.
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