Brasilien steht vor einer wegweisenden Entscheidung. Die südamerikanische Nation erwägt, 20 weitere JAS 39 Gripen E/F-Kampfflugzeuge zu bestellen. Das berichten Medien zum Monatswechsel.

Damit vertieft Brasilien seine Rüstungspartnerschaft mit Schweden. Zuvor hatte die Regierung Alternativen wie Frankreichs Rafale abgelehnt. Die Expansion folgt auf einen Meilenstein: Noch im Juni 2026 präsentierte Saab die erste zweisitzige Gripen F für die brasilianischen Luftstreitkräfte.

Diese Variante entstand in Zusammenarbeit mit lokalen Partnern. Sie verbindet modernes Pilotentraining mit voller Kampffähigkeit.

Produktion vor Ort als Trumpf

Ein zentraler Verhandlungspunkt ist Brasiliens Rolle als regionales Produktionszentrum. Bereits im März 2026 lief die erste vollständig in Brasilien gefertigte Gripen E vom Band.

Saab setzt auf lokale Endmontage und Komponentenfertigung. Das Unternehmen will damit einen prognostizierten Nachfrageschub bewältigen. Die Kooperation mit Embraer könnte laut Analysten zum Vorbild für andere Großaufträge werden.

Gespräche mit Kanada und der Ukraine laufen. Zusammen könnten diese Staaten bis zu 242 Flugzeuge ordern.

Kursrückgang trotz guter Aussichten

Die langfristigen Perspektiven sind positiv. Der Aktienkurs zeigt derzeit aber Schwäche. Bei 26,11 USD notiert die Saab-Aktie und verliert 0,61 Prozent am Tag.

Seit dem 52-Wochen-Hoch von 40,77 USD im Januar 2026 ging es 36 Prozent nach unten. Der RSI liegt bei 38,3 Punkten – nahe der überverkauften Zone. Mit 49 Prozent annualisierter Volatilität bleibt der Titel ein Zitterparker.

Die Herausforderung für das Management: die Produktion für mehrere Milliardenaufträge hochzufahren. Und das bei einem aktuell schwierigen Marktumfeld für den gesamten Rüstungssektor.