Saab hat die letzten zwei Gripen-C-Kampfjets an Ungarn übergeben. Die Lieferung schließt einen Vertrag ab, der im Januar 2024 unterzeichnet wurde. Operativ läuft es rund — die Aktie erzählt eine andere Geschichte.
Ungarn komplettiert seine Gripen-Flotte
Am 23. Juni landeten zwei neue Gripen C auf dem Luftwaffenstützpunkt Kecskemét. Damit betreibt Ungarn nun insgesamt 18 Gripen C/D-Maschinen. Die ersten zwei Flugzeuge aus diesem Zusatzauftrag hatte Saab bereits im April geliefert.
Die neuen Jets entsprechen dem aktuellen MS20 Block 2-Standard. Das bedeutet: ein verbessertes PS-05/A Mk4-Radar mit größerer Zielerfassungsreichweite, erweiterte Link-16-Datenlinkfähigkeiten und das neueste NATO Mode 5-Freund-Feind-Erkennungssystem. Lars Tossman, Leiter des Saab-Geschäftsbereichs Aeronautics, betonte, dass die ungarische Gripen-Flotte durch bestehende Support-Verträge mindestens ein weiteres Jahrzehnt einsatzbereit bleiben soll.
Der Ursprungsvertrag für 14 Gripen C/D datiert auf Dezember 2001. Ungarn fliegt die Maschinen seit 20 Jahren.
Portfoliobereinigung und Gripen-Pipeline
Parallel zur Lieferung trennt sich Saab von seinem Geschäftsbereich Public Safety Solutions. Käufer ist das norwegische Unternehmen Omda AS. Der Abschluss der Transaktion hängt von bestimmten Bedingungen ab und wird für das vierte Quartal 2026 erwartet. Omda übernimmt rund 75 Mitarbeiter sowie eine Umsatzbasis von etwa 80 Millionen Schwedischen Kronen. Saab erhält 15 Millionen Kronen sofort, dazu einen erfolgsabhängigen Anteil von bis zu 45 Millionen Kronen.
Die Gripen-Pipeline bleibt unterdessen aktiv. Schweden plant, bis zu 16 Gripen C/D an die Ukraine zu spenden. Die Ukraine wiederum beabsichtigt, bis zu 20 Gripen E/F zu kaufen. Die schwedische Regierung hat bereits Mittel für Ersatzbeschaffungen eingeplant.
Aktie nahe Jahrestief
Kein Wunder, dass Anleger die guten Nachrichten derzeit nicht honorieren. Die Saab-Aktie notiert bei 25,08 USD — rund 17,5 Prozent unter dem Jahresanfangsniveau und nur knapp acht Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 23,29 USD. Vom Jahreshoch bei 40,77 USD, das im Januar 2026 erreicht wurde, trennen den Kurs fast 40 Prozent.
Der RSI liegt bei 34 und nähert sich damit dem überverkauften Bereich. Die Aktie handelt deutlich unterhalb ihres 50-Tage-Durchschnitts von 28,79 USD und des 200-Tage-Durchschnitts von 30,84 USD. Am 17. Juli legt Saab den Quartalsbericht vor — dann werden aktualisierte Auftragseingangszahlen und mögliche neue Aussagen zur Produktionskapazität erwartet.
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