Finnlands staatliche Investmentgesellschaft Solidium hat sich von einem großen Aktienpaket des nordeuropäischen Versicherungskonzerns Sampo getrennt. Für ein Gesamtvolumen von 630 Millionen Euro platzierte die Gesellschaft 70 Millionen A-Aktien am Markt. Der Verkaufspreis belief sich dabei auf 9,00 Euro je Anteilsschein.
Die Platzierung erfolgte mit einem Abschlag von 2,8 Prozent auf den vorherigen Schlusskurs. An der Börse gab der Titel daraufhin nach: Der aktuelle Kurs von Sampo sank um 2,1 Prozent auf 8,99 Euro.
Staatsinvestor behält Restanteil mit Sperrfrist
Der abgestoßene Block entsprach rund 2,6 Prozent des gesamten Grundkapitals. Nach dem Vollzug der Platzierung hält Solidium noch rund 94 Millionen A-Aktien, wodurch der Eigentumsanteil an den ausstehenden Papieren auf 3,6 Prozent schrumpft.
Der Stimmrechtsanteil der staatlichen Gesellschaft verringert sich parallel dazu auf 3,5 Prozent. Die erlösten Mittel fließen primär in eine Kapitalrückzahlung an den finnischen Staat sowie in die Finanzierung einer jüngsten Zusatzinvestition in ICEYE. Für die verbleibende Beteiligung hat sich Solidium zu einer 90-tägigen Haltefrist verpflichtet, in der keine weiteren Anteile veräußert werden dürfen.
Trennung von Randbeteiligungen schreitet voran
Parallel zu dem Schritt des Großaktionärs treibt Sampo die Straffung der eigenen Konzernstruktur voran. Das Management arbeitet seit Längerem daran, nicht-strategische Beteiligungen schrittweise abzubauen und dadurch Mittel freizusetzen.
In diesem Zusammenhang trennte sich der Versicherer gestern von Anteilsscheinen an NOBA im Gegenwert von 111 Millionen Euro. Nach diesem Teilverkauf verbleiben Sampo noch 50 Millionen NOBA-Aktien, was einer Beteiligung von rund zehn Prozent entspricht. Laut dem finnischen Analysehaus Inderes lag der erzielte Verkaufspreis leicht über dem Buchwert des zweiten Quartals.
Kerngeschäft und Aussichten auf Kapitalrückflüsse
Aufgrund dieses Buchgewinns rechnet Inderes mit einem positiven Ergebnisbeitrag bei den Investmenterträgen im dritten Quartal. Zudem erwarten die Analysten, dass Sampo im weiteren Jahresverlauf ein neues Aktienrückkaufprogramm ankündigen dürfte. Als mögliche Termine dafür gelten die Vorlage der Drittquartalszahlen oder die Investorenveranstaltung im November.
Das operative Profil von Sampo bleibt auf das Versicherungsgeschäft fokussiert. Als größter Schaden- und Unfallversicherer Nordeuropas beschäftigt der Konzern rund 15.000 Mitarbeiter und betreut etwa neun Millionen Kunden. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte Sampo Prämieneinnahmen von 9,1 Milliarden Euro, die zu rund drei Vierteln im nordeuropäischen Heimatmarkt erwirtschaftet wurden.
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