Trotz der Ankündigung des bisher umfangreichsten Programms zur Aktionärsvergütung in der Unternehmensgeschichte hat die Aktie von Samsung Electronics heute massiv an Boden verloren.

Ein Minus von 7,1 Prozent drückte den Kurs im südkoreanischen Handel auf 261.500,00 KRW. Damit reagierten die Investoren enttäuscht auf die Details des neuen Rückführungsplans, der zwar historische Volumina erreicht, jedoch in seiner Struktur hinter den hohen Markterwartungen zurückblieb.

Rekordplan bleibt hinter Erwartungen zurück

Der Elektronikriese konkretisierte heute seine Pläne für das laufende Jahr, die eine Rückgabe von insgesamt 90 bis 110 Billionen Won an die Anteilseigner vorsehen. Umgerechnet entspricht dies einer Summe von bis zu 79 Milliarden US-Dollar.

Ein Kernbestandteil dieses Pakets ist eine Bardividende in Höhe von 30 Billionen Won, die bereits für das dritte Quartal vorgesehen ist. Über die Verwendung der verbleibenden Mittel soll erst im kommenden Januar final entschieden werden.

Obwohl das geplante Volumen das Fünffache des Rekordwerts aus dem Jahr 2020 übersteigt, hatten Marktteilnehmer auf noch aggressivere Maßnahmen gehofft. Die Analysten von KB Securities hatten im Vorfeld sogar ein Potenzial von bis zu 200 Billionen Won gesehen.

Da die angekündigte Quote für die Ausschüttungen bei rund 50 Prozent des freien Cashflows verharrt, blieb der erhoffte Impuls für eine Neubewertung der Aktie aus. Durch die heutigen Verluste hat sich der Abstand zum 52-Wochen-Hoch vom Juni inzwischen auf 30 Prozent vergrößert.

Regulatorische Hürden begrenzen Aktienrückkäufe

Ein wesentlicher Grund für die Verstimmung am Markt ist der Fokus auf Dividenden anstelle von Aktienrückkäufen. Während der Konkurrent SK hynix mit einem Rückkaufprogramm über 40 Billionen Won und der anschließenden Vernichtung der Papiere die Gunst der Anleger gewann, sind Samsung in diesem Bereich regulatorische Grenzen gesetzt. Das Gesetz über die Struktur der Finanzindustrie begrenzt den Anteil, den Konzerntöchter an der Muttergesellschaft halten dürfen, auf zehn Prozent.

Diese Beschränkung erschwert es Samsung derzeit, in großem Stil eigene Aktien zurückzukaufen und einzuziehen. Laut Medienberichten könnte das Unternehmen daher vermehrt auf den Rückkauf von Vorzugsaktien ausweichen, um diese rechtlichen Hürden zu umgehen. Während die Stammaktien unter Druck gerieten, profitierte der Wettbewerber SK hynix von seinen klareren Zusagen und konnte am Montag zeitweise Kursgewinne verbuchen.

Analysten sehen Übergangsphase

Analyst Jay Kwon von J.P. Morgan bewertete das Programm als enttäuschend, da es keine neuen Aktienrückkäufe vorsehe und die Ausschüttungsquote unverändert lasse. Dennoch gibt es Stimmen, die das langfristige Potenzial betonen.

So verwiesen Experten von KB Securities darauf, dass Samsung durch den Fokus auf die Produktion von 2-Nanometer-Chips und die Position als führender Speicherlieferant für Künstliche Intelligenz weiterhin stark aufgestellt sei. Ein möglicher Börsengang des KI-Unternehmens Anthropic im Oktober wird hierbei als potenzieller Katalysator genannt.

Für die kurzfristige Kursentwicklung richten sich die Blicke der Anleger nun auf den kommenden Donnerstag. Dann wird der US-Chipkonzern Nvidia seine Quartalszahlen vorlegen. Da Samsung eng in die Lieferketten für KI-Hardware eingebunden ist, gilt dieser Termin als richtungsweisend für den gesamten Sektor.

Parallel dazu belasten jedoch Sorgen über eine steigende Inflation in Südkorea die Stimmung, da hohe Bonuszahlungen in der Chipindustrie die Kaufkraft und damit den Druck auf die Zentralbank erhöhen könnten.