Neun Prozent Absturz am Donnerstag, acht Prozent Erholung am Freitag. Selten hat Samsung Electronics eine derart nervöse Handelswoche erlebt wie diese. Der Kurs schloss am Freitag bei 309.500 Won — und zeigt damit, wie schnell die Stimmung bei KI-nahen Chipwerten kippen kann.

Eine Woche der Extreme

Am Montag verkündete Südkoreas Regierung ein gewaltiges Halbleiterprogramm. Samsung Electronics und SK Hynix sollen jeweils zwei neue Fabriken im Südwesten des Landes bauen. Das Gesamtvolumen des nationalen Ökosystem-Projekts: umgerechnet rund 518 Milliarden US-Dollar.

Trotz dieser Summe reagierten die Anleger verhalten. Samsung-Aktien fielen am Montag um 4,8 Prozent. SK Hynix konnte anfängliche Verluste von fast sechs Prozent noch eindämmen und schloss nur 1,6 Prozent im Minus. Der Grund lag weniger im Zweifel an der Branche selbst, sondern in der Sorge um die hohen Investitionskosten des Programms.

Am Donnerstag eskalierte die Lage. Ein breiter Ausverkauf bei Chipwerten schwappte von der Wall Street nach Seoul über und riss den Kospi-Index mit nach unten. Samsung Electronics brach um 9,06 Prozent auf 286.000 Won ein, SK Hynix stürzte sogar um 14,57 Prozent auf 2.187.000 Won ab.

Der Auslöser kam von außerhalb Asiens. Die US-Technologiebörse Nasdaq erlebte einen miserablen Start in den Juli — Micron Technology verlor an einem einzigen Tag mehr als zehn Prozent, trotz eines Jahresplus von 260 Prozent. Auch Nvidia und Broadcom gerieten unter Druck. Zusätzliche Nervosität schürten Berichte, wonach Meta Platforms überschüssige KI-Rechenkapazität künftig als Cloud-Dienst vermarkten will — ein mögliches Signal für nachlassende Chip-Nachfrage der Hyperscaler.

Vom Absturz zur Erholung

Der Ausverkauf am Donnerstag war so heftig, dass er eine automatische Handelspause am Kospi auslöste. Analysten werteten die Bewegung jedoch eher als Ausdruck von Angst und Volatilität denn als Zeichen einer echten Nachfrageschwäche. Speicherchips für KI-Anwendungen bleiben knapp — ein Umstand, der die langfristige These für die Branche stützt.

Die Erholung ließ nicht lange auf sich warten. Samsung schloss den Freitag mit einem Plus von 8,22 Prozent bei 309.500 Won und machte damit einen Großteil der Donnerstagsverluste wieder wett. Der Kospi verzeichnete einen seiner stärksten Tagesgewinne des Jahres, angeführt von den Chipherstellern.

Volatilität wird zum Normalzustand

Trotz der Rally bleibt die Wochenbilanz negativ: Auf Sicht von sieben Tagen steht ein Minus von 8,84 Prozent, über einen Monat sind es sogar 11,95 Prozent Verlust. Seit Jahresbeginn liegt die Aktie dennoch 141,36 Prozent im Plus, verglichen mit dem Vorjahreszeitraum sogar um 390,66 Prozent höher.

Aktuell notiert der Kurs 4,44 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 296.350 Won. Zum 52-Wochen-Hoch von 374.500 Won, erreicht am 19. Juni, fehlen aber noch 17,36 Prozent. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei knapp 97 Prozent — ein Wert, der die Nervosität rund um den Titel unterstreicht.

Die Kursausschläge spiegeln ein grundlegendes Spannungsfeld bei KI-nahen Halbleiterwerten wider: Auf der einen Seite steht die robuste strukturelle Nachfrage nach High-Bandwidth-Memory- und DRAM-Chips. Auf der anderen Seite wächst die Unsicherheit, wie lange Hyperscaler ihr Ausbautempo bei Rechenzentren noch durchhalten. Am 10. Juli steht mit dem Nasdaq-Debüt von SK Hynix der nächste Termin an, der zeigen dürfte, ob sich die Volatilität dieser Woche legt oder zum Dauerzustand der Branche wird.