OpenAI-Chef Sam Altman hat am Samstag das Samsung-Management in Südkorea besucht. Im Mittelpunkt standen Speicherchips und KI-Infrastruktur, also genau jene Felder, in denen Samsung derzeit am stärksten gefragt ist. Die Aktie hatte am Freitag allerdings 3,02 Prozent auf 225.000 Won verloren.
Treffen in Yongin
Samsung empfing Altman und rund 50 Führungskräfte aus Elektronik, Finanzdienstleistungen und Biotechnologie in Yongin südlich von Seoul. Laut Unternehmensmitteilung ging es darum, wie KI Branchen und unternehmerische Entscheidungen im nächsten Jahrzehnt verändern könnte.
Die Zusammenarbeit besteht bereits. Samsung liefert Speicherchips für OpenAIs Infrastrukturprojekt Stargate. Beide Seiten haben zudem vereinbart, bei KI-Rechenzentren zu kooperieren, darunter schwimmende Offshore-Anlagen.
Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Die fünf größten Treiber des Rechenzentrumsausbaus planen Investitionen von mehr als 3 Billionen Dollar. Speicherchips machen etwa ein Drittel dieser Ausgaben aus, entsprechend wichtig ist gesicherter Zugang zu Lieferungen. Die Kapazitäten der Branche halten mit der Nachfrage kaum Schritt.
Gegenwind aus China
Dem Boom steht eine Debatte über seine Dauer gegenüber. Der chinesische Hersteller CXMT hat zuletzt Fortschritte bei einer neuen Chiparchitektur gezeigt, die mehr Daten auf weniger Fläche unterbringt. Das schürte im Oktober die Sorge, Samsung und SK hynix könnten Marktanteile verlieren. Offen ist, ob CXMT auch beim für KI-Rechenzentren zentralen Hochleistungsspeicher HBM aufschließt.
Mehrere Analysten bezweifeln, dass CXMT die Technik in großem Stil fertigen kann. Rosenblatt Securities erwartet ohnehin keine Verschiebung im Verhältnis von Angebot und Nachfrage. Ein Branchenverband und Hochschulexperten halten dagegen für 2029 eine Flut neuen Angebots für möglich.
Gartner rechnet für 2026 mit einem weltweiten Speicherumsatz von etwa 837 Milliarden Dollar, nach gut 220 Milliarden im Vorjahr. Ein großer Teil des Wachstums geht auf höhere Preise zurück.
Counterpoint Research erwartet für 2026 einen DRAM-Preis, der rund 23 Prozent unter dem Niveau von 2027 liegt, aber noch deutlich über dem von 2025. Langfristige Lieferverträge sollen den Abschwung mildern.
Klumpenrisiko KOSPI
Samsung und SK hynix stehen zusammen für knapp die Hälfte des Börsenwerts im KOSPI. Ein Rückschlag im Speicherzyklus träfe damit den gesamten südkoreanischen Aktienmarkt. Das Altman-Treffen unterstreicht Samsungs Rolle als Schlüssellieferant, entkräftet aber die Preis- und Angebotsdebatte nicht. Neue Fabriken brauchen drei bis fünf Jahre bis zur Produktion, weshalb viele Analysten frühestens 2028 mit einer Entspannung der Knappheit rechnen.
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