Samsung-Chef Jay Y. Lee soll durch einen Aktienkauf und eine geplante Schenkung von Hong Ra-hee seine Beteiligung an Samsung Electronics ausbauen. Medienberichten von heute zufolge erreichen beide Übertragungen zusammen einen Wert von rund 4,5094 Billionen Won. Für Anleger stehen damit die Eigentümerstruktur und die künftigen Ausschüttungen im Mittelpunkt.

Kauf abgeschlossen, Schenkung folgt

Am Montag kaufte Lee außerbörslich 7.667.100 Samsung-Stammaktien von Hong Ra-hee. Der Preis betrug 250.500 Won je Aktie. Insgesamt belief sich die Transaktion auf 1,9206855 Billionen Won.

Der Kauf ist bereits abgeschlossen. Die größere der beiden Übertragungen steht dagegen noch bevor: Hong will ihrem Sohn weitere Aktien schenken. Damit würde Lees direkter Einfluss auf Samsung Electronics zunehmen.

Die Schenkung von 11.158.000 Stammaktien ist für den 12.11.2026 vorgesehen. Ihr geschätzter Wert beträgt rund 2,5887 Billionen Won.

Für die Einordnung ist die Trennung wichtig: Der Kauf erfolgte zu einem vereinbarten Preis. Der genannte Wert der Schenkung beruht dagegen auf einer Kursbewertung und ist kein Kaufpreis.

Nach der geplanten Übertragung soll Lees Anteil von 1,58% auf 1,75% steigen. Hong Ra-hees Beteiligung würde entsprechend zurückgehen.

Steuerwert bleibt noch offen

Mit der Schenkung ist eine erhebliche steuerliche Belastung verbunden. Die Schenkungssteuer wird vor Abzügen auf rund 1,55 Billionen Won geschätzt. Maßgeblich für die tatsächliche Bewertung ist der durchschnittliche Aktienkurs der zwei Monate vor und nach der Übertragung.

Die endgültige Belastung steht somit noch nicht fest. Die heutige Schätzung ist weder ein bereits festgesetzter Steuerbetrag noch ein unveränderlicher Wert der übertragenen Beteiligung.

Zugleich dürften mit Lees größerem Aktienbestand seine Dividendeneinnahmen steigen. Ob seine Dividenden steuerlich begünstigt werden können, hängt jedoch davon ab, ob Samsung Electronics die Voraussetzungen der separaten Besteuerung hochdividendenstarker Unternehmen in Südkorea erfüllt.

Palliser fordert gezielte Rückkäufe

Parallel zur Verschiebung innerhalb der Eigentümerfamilie fordert Palliser eine andere Verwendung von Mitteln für Aktionärsrückgaben. Laut Bloomberg schlägt der Investor vor, US-Hinterlegungsscheine auszugeben und die Erlöse für Rückkäufe stimmrechtsloser Vorzugsaktien einzusetzen.

Palliser beziffert deren Abschlag gegenüber den Stammaktien auf rund 26%. Für gezielte Rückkäufe empfiehlt der Investor auch bislang nicht zugewiesene Mittel aus Samsungs angekündigtem Aktionärsrückgabeprogramm von 90–110 Billionen Won.

Die Idee setzt darauf, Hinterlegungsscheine mit einem Aufschlag zum Inlandskurs auszugeben und günstigere Vorzugsaktien zurückzukaufen und einzuziehen. Es handelt sich um einen Vorschlag von Palliser, nicht um eine beschlossene Kapitalmaßnahme Samsungs.

Für Anleger sind damit zwei unterschiedliche Entwicklungen relevant: Lees geplanter Beteiligungsausbau verändert die Eigentümerstruktur. Ob Samsung zugleich den Bewertungsabschlag seiner Vorzugsaktien gezielt angeht, hängt dagegen von künftigen Unternehmensentscheidungen ab.