KB Securities hält Samsung Electronics trotz stark steigender Gewinne für ähnlich unterbewertet wie während früherer Finanzkrisen. Das Analysehaus beziffert das Kurs-Gewinn-Verhältnis heute auf etwa 3. Seine Einschätzung beruht auf weiterem Gewinnwachstum und langfristig abgesicherten Speicherlieferungen. Für Anleger liegt darin zugleich die Einschränkung: Die günstige Bewertung hängt davon ab, dass sich die hohen Gewinnerwartungen erfüllen.

Hohe Gewinnprognosen treffen auf Skepsis

Für 2027 erwartet KB Securities bei Samsung einen Betriebsgewinn von 555 Billionen Won. Das entspräche einem Anstieg um 51 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Analysten sehen eine deutliche Diskrepanz zwischen der erwarteten Geschäftsentwicklung und der Bewertung der Aktie.

KB empfiehlt deshalb, stärker auf künftiges Gewinnwachstum und eine mögliche Bewertungserholung zu achten. Pessimistische Erwartungen seien bereits eingepreist. Das ist eine Analysteneinschätzung, keine Zusage einer Kurserholung. Auch der niedrige Gewinnmultiplikator ist für sich genommen noch kein Beleg dafür, dass die Aktie steigen muss.

Als Stütze ihrer Prognose nennen die Analysten die vertragliche Absicherung des Geschäfts: Bei Samsung und SK hynix seien 70–80 Prozent der für 2027 geplanten Speicherproduktion durch Fünfjahres-Lieferverträge mit globalen Technologiekonzernen abgedeckt.

Solche Vereinbarungen geben der Gewinnperspektive mehr Rückhalt als kurzfristige Nachfrageerwartungen allein. Sie beseitigen allerdings nicht sämtliche Belastungen innerhalb Samsungs. Steigende Komponentenpreise drücken auf die Margen der Unterhaltungselektronik. Der Speicherboom und die Entwicklung des übrigen Geschäfts müssen deshalb getrennt betrachtet werden.

Ausschüttungen als möglicher Bewertungsimpuls

Neben der Gewinnentwicklung rückt die Beteiligung der Aktionäre am Mittelzufluss in den Mittelpunkt. Samsung plant für 2026 Aktionärsrückgaben von 90–110 Billionen Won. Darin enthalten sind rund 30 Billionen Won Bardividenden für das dritte Quartal.

Entscheidend ist die Trennung zwischen dem angekündigten Rahmen und den noch offenen Einzelmaßnahmen. Der Vorstand soll im Januar 2027 über die übrigen Rückgaben entscheiden. Dazu können weitere Dividenden sowie Aktienrückkäufe und Einziehungen gehören. Eine abschließende Festlegung für sämtliche Maßnahmen steht damit noch aus.

Auch bereits abgeschlossene Rückkäufe verdienen eine genaue Einordnung. Samsung beendete am 6. Oktober einen Aktienrückkauf über rund 15 Billionen Won für die Mitarbeitervergütung. Dieses Programm ist deshalb nicht mit einer angekündigten Einziehung eigener Aktien gleichzusetzen.

Für die Bewertung ergibt sich daraus ein klarer Prüfmaßstab: Die hohen Gewinnerwartungen müssen sich im Geschäft bestätigen und die angekündigten Rückgaben müssen konkretisiert werden. KB sieht die Skepsis des Marktes als überzogen an. Ob daraus eine Neubewertung entsteht, hängt nicht allein vom niedrigen Gewinnmultiplikator ab, sondern auch von der Verlässlichkeit der Erträge und der endgültigen Ausgestaltung der Kapitalrückgaben.