Samsung könnte bei kundenspezifischen KI-Speichern für Nvidia auf Fertigungstechnik des Konkurrenten TSMC zurückgreifen. Nach einem heutigen Bericht von Insight Korea soll Samsung einem entsprechenden Wunsch Nvidias zugestimmt haben. Bestätigt ist die Vereinbarung nicht. Für Anleger ist die Unterscheidung entscheidend: Ein Auftrag für Samsungs Speichergeschäft wäre damit nicht automatisch ein Auftrag für die eigene Chipfertigung.

Nvidia will einheitliche Fertigung

Dem Bericht zufolge hat Nvidia seine Speicherlieferanten Samsung, SK hynix und Micron aufgefordert, die Basis-Chips für das kundenspezifische NVHBM bei TSMC fertigen zu lassen. Vorgesehen sei dessen 3-Nanometer-Verfahren. Nvidia strebe damit ein einheitliches Design und weniger separate Qualitätsprüfungen an.

Die Basis-Chips bilden einen Bestandteil des Speicherprodukts. Nach einem Bericht der Seoul Economic Daily basiert NVHBM auf HBM4E; Nvidia verlagere den Speichercontroller auf den Basis-Chip. Die mögliche Zusammenarbeit beträfe damit einen konkreten kundenspezifischen Baustein und nicht Samsungs gesamte Speicherfertigung.

Ein Samsung-Vertreter bestätigte gegenüber Insight Korea keine kundenspezifischen Lieferpläne. Er erklärte lediglich, die bestehende HBM-Roadmap werde fortgeführt. Die gemeldete Zustimmung ist deshalb weiterhin als unbestätigter Bericht einzuordnen, nicht als angekündigter Liefervertrag.

Eigene Fertigung bleibt Teil der Strategie

Für das eigene HBM4 und HBM4E verwendet Samsung laut Insight Korea weiterhin intern gefertigte Basis-Chips im 4-Nanometer-Verfahren. HBM4 befindet sich dem Bericht zufolge bereits in Massenproduktion. Auch für Speicherlieferungen an Kunden wie AMD plane Samsung mit eigenen Basis-Chips.

Zugleich prüfe Samsung, ob die eigene Auftragsfertigung die Basis-Chips für NVHBM übernehmen könnte, falls TSMCs Kapazität nicht ausreicht. Das ist eine mögliche Ausweichlösung, kein bestätigter Produktionsauftrag.

Die Berichte beschreiben somit keine vollständige Abkehr von der eigenen Fertigung. Vielmehr zeichnet sich eine kundenspezifische Arbeitsteilung ab. Samsung könnte Speicher liefern und dennoch einen Teil der dafür nötigen Fertigung einem Wettbewerber überlassen. Die wirtschaftlichen Chancen im Speicherbereich und in der Auftragsfertigung müssen Anleger deshalb getrennt bewerten.

Hohe Speicherbindung stützt die Perspektive

Wie groß die Nachfrage nach Samsungs Speicherproduktion ist, unterstreicht eine heute veröffentlichte Einschätzung von KB Securities. Danach sind rund 80 % der für 2027 geplanten Speichermenge durch langfristige Lieferverträge gebunden.

Fünfjährige Vereinbarungen deckten nach Einschätzung des Analysehauses 70 % der geplanten DRAM- und NAND-Produktion ab. Für HBM sei die gesamte geplante Menge vertraglich gebunden. Diese Angaben sind Schätzungen von KB Securities.

Das Analysehaus erwartet außerdem einen Anstieg der durchschnittlichen HBM-Verkaufspreise um 100–150 % im Jahr 2027 gegenüber 2026. Die Prognose unterstreicht die erwartete Preisdynamik, sagt aber nichts über die Konditionen einer möglichen Zusammenarbeit mit TSMC aus.

Der nächste angekündigte Termin für detaillierte Geschäftszahlen ist der 29.10. Bis zu einer Bestätigung kundenspezifischer Lieferpläne bleibt die zentrale Einordnung: Samsungs starke Speicherperspektive und der Erfolg der eigenen Auftragsfertigung sind nicht gleichzusetzen.