Rekordzahlen und trotzdem rote Vorzeichen: Samsung Electronics hat für das dritte Quartal einen historischen operativen Gewinn gemeldet. Die Aktie gab dennoch deutlich nach. Der Grund liegt unter der Oberfläche der Schlagzeilen.

Rekord dank KI-Speicherchips

Der operative Gewinn erreichte 107,4 Billionen Won, umgerechnet rund 80,5 Milliarden Dollar. Das ist ein Plus von 783 Prozent zum Vorjahr. Samsung ist damit das erste globale Technologieunternehmen, das in einem Quartal über 100 Billionen Won operativ verdient.

Fast der gesamte Gewinn stammt aus der Chipsparte, die 106,5 Billionen Won beisteuerte. Der Umsatz stieg um 127 Prozent auf 195,3 Billionen Won. Treiber war das Speichergeschäft: Dessen Erlöse wuchsen um 427 Prozent, getragen vom Ausbau der HBM4-Chips und der Nachfrage nach Server-SSDs.

Warum die Anleger trotzdem verkauften

Die Aktie verlor zeitweise 4,5 Prozent, später zeigten Kursdaten ein Minus von mehr als 5 Prozent. Der Nettogewinn lag mit rund 75 Billionen Won klar unter den Bloomberg-Schätzungen von 89 Billionen Won. Auch der operative Rekord bewegte sich nur knapp unterhalb der oberen Erwartungen.

Hinzu kommt die Schwäche abseits der Chips. Die Foundry- und die Mobilsparte hatten im Quartal zu kämpfen, im Mobilgeschäft belasteten steigende Komponentenpreise. Die Sparte für Haushaltsgeräte und Displays blieb operativ in den roten Zahlen, trotz neuer Foldable-Modelle im Smartphone-Geschäft.

Die angekündigten Aktionärsrückflüsse überraschten ebenfalls nicht mehr. Eine Quartalsdividende von rund 30 Billionen Won und ein Gesamtpaket von 90 bis 110 Billionen Won für 2026 galten am Markt als weitgehend eingepreist.

Dazu kam das Umfeld. Der Kospi gab nach seinem Rekordsprung von 6,63 Prozent am Vortag, ausgelöst durch die starken Zahlen von SK Hynix, um knapp drei Prozent nach. Gewinnmitnahmen trafen Samsung entsprechend hart.

Ausblick bleibt kräftig

Die Prognose des Konzerns klingt zuversichtlich. Für das vierte Quartal erwartet Samsung weiter stützende KI-Investitionen, vor allem für neue CPU- und GPU-Plattformen. Auch hochdichte QLC-SSDs sollen gefragter werden, da persönliche KI-Agenten zunehmen.

Für 2027 rechnet das Management mit beschleunigten Investitionen in KI-Infrastruktur und einer weiter verschärften Knappheit bei Speicherchips. Samsung will High-End-Produkte priorisieren und auf langfristige Lieferverträge setzen. Genau diese Verträge könnten die Gewinne der Speichersparte stabilisieren.